Päckchen Zigaretten zusteckte. ,, Wir kennen unsere Leute", sagte er. ,, Auch ohne daß das groß auffallen muß, kann man die retten, um die es sich lohnt und die den Kampf gegen die SS auf sich genommen haben. Daß Du nach Klinker kommst, konnte keiner von uns verhindern, weder der Franz, der sich bereits die Beine dafür abgelaufen hat und es jetzt noch einmal versucht, auch ich nicht, obwohl ich Dich als unentbehrlich für die Tischlerei ausgab."
Ich war erstaunt über all die Zusammenhänge, über die geheimnisvoll wirkenden Kräfte eines guten Geistes, der also auch hier im Lager, wie eine unsichtbare Flamme, leise flackerte. Wieso kennst Du mich aus der Tischlerei?"
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,, Ich bin zweiter Vorarbeiter bei der Unterkunftsverwaltung und Deine Aussage bei der Vorstellung hat sich längst herumgesprochen. Deswegen wollten wir Dich auch auf unseren Block und in der Tischlerei haben. Der Arbeitsdienstführer der SS jedoch läßt nichts mit sich machen. Du mußt zu Klinker. Nun sieh auf alle Fälle zu, daß Du bei erster passender Gelegenheit Deinem Capo dort Zigaretten gibst, sieh zu, daß Du in ein Gespräch mit ihm kommst und daß Du erfährst, wie er zu Franz und mir steht. Wenn gut, so weißt Du, was Du zu sagen hast. Grüße ihn, oder erzähle ihm sonst einen Roman. Ich weiß nicht, aber ich denke doch, es wird Dir dienlich sein. Jetzt aber schlaf, Du brauchst den Schlaf." Und so kam es auch.
Klinkerkommando!
Das Klinkerkommando stand um 5 Uhr morgens vor der Schreibstube des Lagers, um zum Tagesbeginn des Klinkerwerkes bereits dort zu sein. Noch einer vom Block 27 mußte mit mir den Weg antreten. Ich bemerkte zu meinem Erstaunen, daß dieser Lederschuhe trug, als wir uns aufmachten. Auf meine erstaunte Frage antwortete er: ,, Mit Deinen Pantinen kommst Du niemals raus. Da werden sie Dich schon vor der Schreibstube gehörig in Empfang nehmen, und bei Klinker wirst Du es nicht lange mitmachen und eingehen, so werden sie Dich schikanieren."
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,, Ja, aber man hat mir doch nichts anderes gegeben im Lager."
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