langjährige Lagerinsassen, die nichts unternehmen konnten, ihre längst fällige Freiheit zu erlangen, wenn sie dem Tod im Lager glücklich entronnen waren.
Ein Bauer wurde von seiner Feldarbeit weg verhaftet und ins Lager überbracht, weil er in seiner Stammtischrunde, als er von seinem Hof erzählte, die Äußerung tat, ,, mit der könnte ich auch einmal". Für diese Worte, die er spaẞhaft über eine polnische Landarbeiterin, ohne daß diese sie hörte, äußerte, wurde sein Hof zuschanden, kam die Familie in Bedrängnis, er selbst Jahre hindurch in das Lager.
Immer mehr und weiter eröffneten sich die Perspektiven dieser Einrichtung. Nicht einmal, wie ich mir von alten Lagerinsassen, die genügend Einblick hatten, erklären ließ, irgendwelche positive produktive Leistung konnte erzielt werden, kein Nutzen für die Allgemeinheit zustande kommen, so dominierend herrschte der Mord um des Mordes willen, daß nirgends eingearbeitete Kräfte die Produktion gewährleisteten. Immer wieder neue geschwächte Kranke, Verhungernde, im letzten Elendsstadium Leidende, die mit einigen wenigen überrobusten Naturen in die jeweiligen Arbeitskommandos zogen und den natürlichen Ausfall des Gros bedingten!
Der Arbeitsdienst war eine große, für den Einzelnen kaum übersehbare Organisation. Morgens beim Frühappell der 20bis 25 000 wurde ein Pult aufgestellt, von dem aus die Menschen verteilt wurden, dirigiert und kontrolliert durch das Arbeitsdienstkommando. Hier waren es die Kommandos wie Deutsche Werkstätten, eine spezielle Einrichtung für die SSKorruption, die sich durch diese Werkstätten alles, was sie für sich persönlich nötig hatten, zum Teil unter Aufwand von unbeschreiblichem Luxus, anfertigen ließen. Dann der sogenannte Industriehof, dann die Henkel- Flugzeugwerke, ferner die Wald- und Holzkommandos, Bahnstreckenkommandos, Zeughauskommando, Schuh- und Ledertrenner, Hundezwinger zur Unterstützung der Bewachung des Lagers, Unterkunftsverwaltung, Wäscherei, Bäckerei, die Klinkerwerke, um nur einige herauszugreifen.
Der gute Geist im Lager.
Ich kam in die Werkstätte der für die Unterkunftsverwaltung arbeitenden Großtischlerei. Wenn auch die November
3. Bg. Utsch, KZ
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