nach polnischer Kommandosprache in Schwenkungen langsam vorwärts. Wer nicht kann, will nicht, heißt es und wird gezüchtigt. Weil ein erheblicher Teil durch das stundenlange Marschieren nach wild durcheinander wirbelnden Kommandos konfus wird, läßt man die ganze Gruppe sich auf die Erde legen und wieder aufstehen, wieder auf die Erde legen und wieder aufstehen, bis viele nicht mehr können und liegen bleiben und dann mit Stockschlägen gezwungen werden, mitzumachen, obwohl bereits eine winselnde und jammernd anklagende Menschenmusik die Begleitung dieses Trauerzuges ist. Nach dem nicht enden wollenden Tagesmarsch wird in den Block gerückt. ,, Hast Du es ausgehalten?", frage ich Otto, den ich von der Reise kenne. ,, Wenn mein Bruch nicht wäre", flüstert mir dieser zu ,,, aber ich laß mir nichts anmerken, sonst bin ich gleich unten durch und bleibe liegen wie die drei da draußen." ,, Weißt Du schon", frägt Otto ,,, einer ist schon tot! Die anderen beiden haben sie weggeschafft."
Im selben Moment kracht unter uns die lange Bank, auf der wir, zusammengepfercht, uns niedergelassen haben. Ein Häftling, neben dem anderen in drückender Enge zusammengepreßt, machte eben noch dem anderen den Platz streitig, da zog man unter uns die Bank weg und alle 15 bis 20 Mann lagen rücklings am Boden. ,, Ich werde Euch Privatunterhaltung geben, wenn Ihr am Tisch sitzt", fistelte eine schrille Stimme; es war die eines Rothaarigen, der die ganze Zeit im Block verblieben war. An dem grünen Winkel und der niedrigen Nummer war zu erkennen, daß er ein älterer Lagerinsasse und Berufsverbrecher war, aber viel zu sagen hatte. Wir verstanden nicht, wieso ein Lagerinsasse derart mit uns umging. Ein Aufbegehren unsererseits ließ sofort den Pironje erscheinen, der uns tobend belehrte, wir hätten dem Rothaarigen zu folgen, er wüßte schon, wie er uns zu erziehen habe. Otto gab mir ein Zeichen des Einverständnisses und wir schwiegen.
Die lautlose Stille wurde unterbrochen durch die satanischen Flüche des Pironje, der offenbar wieder irgendwelche Kommandos ausgab. An einem Tisch wurden den einzelnen Schutzhäftlingen kleine Habseligkeiten, wie Taschentücher, Lebensmittel, Tabakdosen, abgenommen und jetzt kam auch für unseren Tisch das deutliche Kommando: ,, Sachen abgeben!"
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