Druckschrift 
Gestapo-Häftling 52478 aus dem KZ Oranienburg-Sachsenhausen / Bert Utsch ; Vorwort von Bert Irving ; Zeichnung des Buchtitels und der Bildeinlage von Max Pöppel
Entstehung
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brochen hat unter der Führung, unter welcher es stand. Ge­rade Du hast durch Deinen tiefen Einblick in das ganze Zeit­geschehen die Verpflichtung, aufklärend zu wirken und mit­zuhelfen, den Augiasstall zu säubern, der noch in den Hirnen vieler Deutscher steckt. Dein Programm weiterer Schriften trägt das schon in sich und ich wünsche, daß mit diesem klei­nen Anfang, der vorliegenden Schrift, eine Folge von ebenso lebensvollen Schilderungen der verschiedenen Probleme, die uns bewegen, fortgesetzt wird.

Wenn das Konzentrationslager einen großen Sinn zu er­füllen hat, so ist es der, daß aus dieser Hölle befreite, be­rufene Menschen mitarbeiten an der Völkerverständigung und durch ihr Wissen um das Leid beitragen, wieder wirkliches Menschentum zu fördern. Aber zunächst gibt es nur einen Weg, und das ist kompromißlose Offenheit gegenüber der letzten Vergangenheit Deutschlands ; und diese zu schildern, bist Du der rechte Mann.

Ich selbst als Kenner vieler Länder, als Filmreisender in Australien, in Niederländisch Indien, vor allem in Amerika , habe mir, als ich das erste Mal die Staaten besuchte, eine große Vorstellung beim Anblick der Freiheitsstatue gemacht. Sie ist für uns nun nicht nur Symbol der Freiheit, sondern lebendige Gestalt der Befreiung Deutschlands aus seinem tiefsten Nie­dergang geworden! Ich weiß, wir werden mit vereinten Kräf­ten, jeder an seiner Stelle, ich im Film, Du in der Publizistik, unsere Kraft einsetzen als freie Weltbürger für ein besseres Deutschland .

Dafür waren wir KZ- Kumpel!

21.8. 45.

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Dein

Bert Irving."