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und geht eine Weile hin und her in der kleinen Küche. ,, Die können ihr Land lieben und achten. Wir dagegen?"
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Er zeigt mir eine alte Sprachzeitung, die er in einer Mappe bewahrt zusammen mit einigen Briefen, Briefe mit englischen Marken und Poststempeln, das Papier ist schon vergilbt. ,, Vor dreizehn Jahren," sagt Theo. Da stand in der Sprachzeitschrift eine Annonce. Ein englischer Arbeiter suchte Briefwechsel mit einem deutschen. ,, Und dies sind die Briefe!". Er rührt sie so behutsam an, als könne ein Flecken darauf kommen.
Ich fühle, wie man diesen Arbeiter um mehr betrogen hat, als er sich klarzumachen vermag. In ihm ist rastloses Suchen, stechende Unzufriedenheit. Heute findet er noch Zuflucht im ,, Nein", im Kampf gegen das Dritte Reich. Wie wird es aber sein, wenn der Tag gekommen ist? Wenn er aus der Betäubung erwacht? Wird dieselbe Leere in ihm sein, vor der ich mich fürchte?
,, Sie müssen sich noch etwas gedulden, wenn Sie mich sprechen wollen," sagt der Chef vom Zuchthaus in Halle. ,, Es finden gleich Hinrichtungen statt. Wenn Sie aber in einer Stunde
Ich sehe sie kommen, sie tragen Ketten. Ich zähle vierzig. Viele Tausende von Hinrichtungen finden in diesen Wochen statt. Es sind Männer und Frauen des 20. Juli. Totenbleiche Gesichter, die Seelen aber, die sich dahinter verbergen, scheinen schon jenseits dieser Mauer zu sein, jenseits der steinigen Erde, auf der wir gehen.
Ich stehe im Halbdunkel des Ganges vor der Tür des Besuchszimmers und denke: In wenigen Minuten ist alles für euch vorbei. Ich möchte zu ihnen sprechen. Selbst wenn ich es aber dürfte, ich könnte es nicht; denn ich spüre, sie sind einen weiteren Weg gegangen als ich. Der nach innen gerichtete Blick scheint zu sagen: In wenigen Minuten beginnt ein neues Leben.
,, Wir haben noch einmal Glück gehabt!" sagt Eilif. Er war mit drei anderen zur Bombenentschärfung abkommandiert. Er gibt mir einen eisernen Rahmen, den er heimlich nachts in der Fabrik geschmiedet hat. Eingehämmert sind die Jahreszahl und die Worte: Von Deinem Freund Eilif. ,, Dies ist der Rahmen. Wenn ich frei bin, bringe ich dir das Bild." ,, Welches Bild, Eilif?"
,, Das Hochzeitsbild von Else und mir!"
,, Wann wirst du wieder Bomben entschärfen müssen, Eilif?"
Die Uhr tickt. Vom Hof dringt wie aus weiter Ferne das Klappern von Holzpantinen herauf. Das Leben im Zuchthaus geht weiter, unaufhaltsam weiter.
Ich beginne zu ahnen, daß in einem Totenhaus nicht nur Hinrichtungen vorübergleiten. Werden nicht auch Kriege, Revolutionen und der Friede an der Mauer des Zuchthauses wie Seifenblasen zerplatzen?
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Es ist ein kühler Tag im Oktober. Der Kanonenofen in der Ecke strahlt hitzige Wärme aus. Der Chef dieser Anstalt ist nicht grob wie der Chef
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