Erst sind wir in einem Strom von Menschen. Es werden aber weniger, viele bleiben an der Böschung liegen. Und dann beginnen die Trümmer; Trümmer über Trümmer. Wollen sie nicht enden? Ist der Weg, der vor uns liegt, nur ein Weg der Vernichtung? Aber die Bunker stehen! Im verblassenden Mondlicht strecken sich uns ihre geöffneten Türen wie offene Arme entgegen. Wir gehen vorbei.
Stunde um Stunde wandern wir durch die Nacht. Dann sind wir mitten in der Stadt, auf der Lombardsbrücke. Der Pfarrer zeigt in Richtung des Hafens: ,, Feuer?"
Ich zeige nach dem Westen der Stadt: ,, Feuer?"
Zutiefst erschöpft setzte ich mich auf einen der vorgebauten Brückenbogen.,
Wir haben tagsüber fast nichts gegessen, unsere Freunde waren hungriger als wir. Und doch haben wir Brot bei uns. Guter Onkel Hans! Nun essen wir es in einer brennenden Stadt. Über der Alster liegt ein Netz aus Tarnwerk, durch Zweiggeflecht schillert im Mondlicht das Wasser.
Dann trennen wir uns. Der Pfarrer geht dem Feuerschein im Hafen nach, und ich suche mir den Weg durch Trümmer der Glut im Westen entgegen. Im Labyrinth der aufgerissenen Straßen, der Häuserfassaden und Steinberge verliere ich die Richtung. Vor einem rauchenden Trümmerhaufen steht ein Soldat. ,, Wissen Sie den Weg?" frage ich ihn.
Erst scheint er mich nicht zu verstehen. Dann blickt er kurz auf: ,, Wohin soll ich gehen?"
,, Woher kommen Sie?"
Da lacht er, ein hartes Lachen in einer erbleichenden Sommernacht! Er zeigt auf Rauch und Steine: ,, Das war mein Zuhause!" Er erschlafft, läßt sich auf einen Mauerbrocken fallen und sagt wie zu sich selbst noch einmal: ,, Wohin soll ich gehen?"
,, Sie kommen von der Front?"
,, Von Rußland."
,, Sind dort nicht die gleichen Trümmer wie hier?"
,, Ja. Aber was hat das mit meinem Haus zu tun!" Er reibt sich die Augen von dem beizenden Rauch. ,, Dies ist doch die Heimat. Und wenn sie mir die nehmen, mache ich nicht mehr mit."
Erst will ich dem Soldaten antworten. Da sehe ich aber, wie es über die Straße huscht. Plumpe, kleine Wesen und doch blitzschnell. Ratten! Sie wandern von Haus zu Haus, von Ruine zu Ruine. Sie wandern wie die Schatten des Todes.
Jetzt ist es nicht die Zeit zu rechten; denn er ist ohne Glaube und Hoffnung.
Als die Füße auf der letzten Strecke Weges versagen wollen, gedenke ich der Pantoffeln, die ich bei mir im Koffer trage. In grünen Filzpantoffeln sind die Steine weniger spitz, ist das Pflaster weniger holprig. Ich finde unser Haus noch vor alles ist unverändert!
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