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Doch was wissen sie draußen über das Leben drinnen? Oft, wenn ich ihre Briefe lese, habe ich das Gefühl, daß sie von einem fremden Stern kommen. Als ob sie ins Leere geschrieben sind, denn die Zeit hat das Bild des Geliebten verwischt. Die Worte werden zu Sätzen aus aneinandergereihten Alltäglichkeiten. Und zwischen den Zeilen steht: ,, Ich suche Dich und kann Dich nicht mehr finden."
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Über dem Bücherregal neben meinem Schreibtisch hängt ein Aquarell. Oft blicke ich zwischen zwei Briefen zu ihm hinauf. Helles Blau und Grün Frühling. Ein geschwungener Weg, der an einem strohdachgedeckten Haus vorbeiführt. Jenes Haus Ruhe, Geborgenheit; der Weg aber geht weiter. Er steigt an. Erst noch geebnet, dann wird er sandiger, steiniger. Nur bis zur Anhöhe begleitet das Auge den Weg, dann sucht es vergebens zu ergründen, wohin er geht. Was verbirgt sich hinter der Anhöhe, auf der nur einige spärliche Gräser stehen? Meer, unendliche Weite, Verlorenheit? Oder Land, Mauern und Grenzen?
Da alles Grübeln mir nicht verrät, wohin der Weg führt, gleitet der Blick zum Himmel. Im blauesten Blau sind einige schwarze Striche, leicht mit dem Pinsel getupft. Zerflatternde Noten oder erste Wölkchen? Verlorengegangene Melodie oder erste Andeutung schwermütiger Wolken, die den Himmel diesseits und jenseits der Anhöhe verhängen werden?
Vielleicht gehört erst die Weisheit des Alters dazu, auch denen noch folgen zu können, die über die Anhöhe hinweg unserem Blick entglitten.. Sie festzuhalten, auch wenn sie jenseits der Nebelwand sind, das vermag wohl nur eine Mutter!
Die Briefe sagen mir, daß sich in der Zeit des Getrenntseins die Bindung zwischen Mutter und Sohn als stärker und unzerstörbarer erweist als jene zwischen Mann und Frau. Ist es das Verlangen nach Geborgenheit und Wärme, das übermächtig groß in uns wird, wenn wir auf dem steinigen Wege jenseits der Anhöhe sind? Dort sehen wir nicht mehr das strohdachgedeckte Haus. Die zerflatternden Noten am Himmel aber, Melodie der Kindheit und der Erinnerung, sind auf beiden Seiten der Anhöhe sichtbar!
Naturgebundenes Gefühl der Zusammengehörigkeit, die eine Mutter das rechte Wort finden läßt, auch wenn die Schrift schon zittrig ist oder die Buchstaben sich unbeholfen quer über den Bogen legen. Sie achtet der fremden Augen nicht. Sie schreibt nur für den Sohn, folgt der Eingebung ihres Herzens: ,, Deine Schwester Marie wird jetzt konfirmiert. Jeden Abend überlegen wir, was sie dann beginnen soll. Bevor wir uns aber entscheiden, möchten wir Deine Ansicht hören. Was hältst Du von einer Haushaltungsschule?"
Er ist seit Jahren fort, und doch ist er bei der Mutter und der Schwester. Die Mutter bezieht ihn mit ein, er ist nicht vergessen. Unmerklich gibt sie ihm ein Gefühl der Mitverantwortlichkeit. Sie richtet sein Selbstgefühl auf.
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