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von verAnatomie
Ich präpariere. Während ich die Pleura öffne, streift mein Blick das Gesicht der Leiche. Es sieht weder alt noch jung aus. Ich arbeite weiter. Das Anatomiebuch liegt aufgeschlagen neben mir. Es ist still. Um diese Zeit ist es immer ruhig in der Baracke.
Vorne über der Tür hängt eine Uhr. Von meinem Platz kann ich gerade noch eben die Zeiger erkennen. Halb elf! Ein schmales Gesicht taucht vor mir auf. Strahlende Augen, winkende Hände. So ist es gestern gewesen. Wie mag es heute sein?
Unbeweglich liegen die Leichen da. Über die Knochen spannt sich die Haut wie vergilbtes, eingeschrumpeltes Leder. Die Arme hängen starr herunter. Die Gesichter blicken ausdrucklos nach oben. In den Augen ist kein Fragen, aber auch keine Antwort. Kein Schmerz! Und doch haben sie einst gewartet wie Björn. Jetzt sind die Züge entspannt. Vergeblich suche ich aber nach jenem Ausdruck des Friedens, von dem man sagt, er sei einem toten Antlitz zu eigen. Unergründlich sind die Züge. Der geschlossene Mund ist ein schmaler, bläulicher Strich.
Ich lege das Präparierbesteck zur Seite. Durch eine ungeschickte Bewegung fällt das Anatomiebuch zu Boden. Ein dumpfes Geräusch. Ich bücke mich nicht.
Es geht mir durch den Sinn, daß diese bläulichen Lippen einmal gesprochen haben, und was sie nicht sagten, baten die Augen: ,, Erbarmen!" Nicht viel später geht die Tür auf. Es hallt über den Boden. Schwere Soldatenstiefel.
Einstmals haben jene Aufgebahrten auf den Schritt der Stiefel gehorcht. Dieser schwere Schritt ist der Schritt unserer Zeit. Er hallt über niedrig gewölbte, steinerne Gänge, über eiserne Brücken und Treppen. Er nähert sich denen, die auf die Hinrichtung warten. Er bleibt gleichgültig fern, wo Kranke sterben. Jetzt trabt er durch die Holzbaracke. Bewegungslos liegen die Leichen.
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Die stille Baracke vom Morgen hat sich in einen summenden Saal verwandelt. Die Studenten drängen sich. Eilig wird noch der weiße Kittel über dem Soldatenrock zugeknöpft. Auf den Hockern sitzen Studentinnen, das Anatomiebuch vor sich. Die Hände halten das Präparat. Vorsichtig hantieren sie mit den feinen Messerchen. Sie trennen Gefäße und Nerven voneinander. Am rechten Finger sitzen zwei goldene Ringe Kriegerwitwen. Oder die Fingernägel sind blutrot gefärbt, die Haare gelockt. Und der Mund lacht, während das Messer arbeitet und sie über die Leiche hinweg mit den Soldatenstudenten sprechen.
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,, Seht euch hier meinen Amandus an! Sonderzuteilung für eine Leiche." Stöckelschuhe und schwere Stiefel stehen auf Zehenspitzen. Dröhnendes Lachen der Soldaten, helles Juchzen der Mädchen. Zwischen den blauen schmalen Lippen steckt eine glimmende Zigarette.
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