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Sie beginnt mit einem\gleichförmigen Motiv. Nur einige, wenige Noten,
. halbe Töne, die eine Geige im schleppenden Takt spielt, Dreimal wird das
Motiv wiederholt. Dreimal bleibt es ohne Antwort. Man merkt auf. Die Einförmigkeit der Wiederholung reizt wie eine
; Frage, die immer wieder gestellt wird, ohne Antwort zu finden. Sie peinigt
das Ohr. Man möchte die Hände heben und rufen:„Halt ein!"— Doch
-man läßt es, denn man wartet. Man wartet auf den Einsatz anderer Instru-
mente, die das quälende Motiv dämpfen, mildern und zuletzt harmonisch auflösen werden.
Ja, sie kommen!. Aber anders, als ich erhoffte.
Baßgeigen fallen ein, übernehmen das Motiv und tragen es weiter. Nacheinander gesellen sich Gamben, Celli, Klaviere, Flöten und Saxaphone dazu, sogar eine Harfe und endlich auch die Drommeten.
Alte und neue Instrumente! Sie. verfallen der Melodie. Das Motiv ist noch immer das gleiche. Doch wenn sich anfangs nur eine Stimme erhob, so ist es jetzt eine brausende Symphonie— haßerfüllt, quälend, ver- nichtend.
- Kein Instrument weiß eine Antwort oder findet den Weg, sich los- zureißen von dem qualvollen Motiv: Einmal begonnen, kommt es nicht wieder los davon.:
Die wenigen Noten, die halben Töne. werden zu schreienden Disso- nanzen. Die Instrumente jagen einander. Eines nach dem anderen wird von jenem Motiv besessen, das sie zwingend und gleisnerisch überfällt.
Als endlich ein Heer von Instrumenten davon gepackt ist und es ins Weltall stößt, wird es ein Aufschrei. Man möchte fliehen, doch man ver- harrt wie gebannt mit verhaltenem Atem, lauscht und hofft auf die Lösung der martervollen Dissonanzen.
Es muß doch kommen! Es muß doch kommen! Nur noch einige wenige Takte Geduld.
Da——— endlich. Eine der Geigen geht über in Moll, Eine Stimme, die anklagt, die zur Versöhnung ‚ruft.
Der Atem stockt. Jetzt—. jetzt! Schon ist die Überleitung für die
‘anderen Instrumente gefunden, die plötzlich verstummt sind.
Aber dann— dann!
Nur einige Takte lang’ haben sie geschwiegen. Mit rasendem Wüten setzen sie unvermittelt ein. Im wahnwitzigen Siegesrausch vereinigen sie sich und zerren in wildem Triumph das Anfangsmotiv hervor. Die zarte Stimme der anklagenden Geige geht unter———.
Von unten herauf klingt immer noch die Stimme der Frau. Sie spricht gleichförmig weiter, peitscht meine Nerven auf. Doch so furchtbare Bilder sie auch malt, die Stimme erzählt gleichbleibend heiser. und ohne Be- wegung———.
Von der vergangenen Nacht.
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