ist noch Wasser. Kurz entschlossen ziehe ich Schuhe und Socken aus und tauche die Füße ein. Welch eine Wohltat, Wasser! Es ist abgestanden, doch es kühlt.
Alles an diesem Tage ist ungewöhnlich. Die mir in der Prüfung vorgelegten Fragen stehen in einer seltsam inneren Verbindung zu der Aufgabe, die mir die Gegenwart stellt. Zwar beziehen sie sich nicht unmittelbar darauf. Sie rufen aber alles das wach, was ich in der letzten Zeit bedacht habe.
Wie kann es mich überraschen, als der Professor der Zoologie als erstes die Frage an mich richtet: ,, Wieviel Beine hat die Spinne?"
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Wieder merke ich auf, wie schon einmal bei der Prüfung in der Physik. Geheime Fäden spinnen sich von Begebenheit zu Begebenheit unsichtbar dem Auge, aber spürbar dem Sinn, der sie wahrnehmen will. Ich bestehe die Prüfung. Als der Professor mir zum Abschied die Hand hohe Maureicht, versinken Studium und Spinnenbeine. Die Gegenwart ern und vom Wasser angeschwollene Beine
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schlägt mich in ihren Bann.
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Erst am Spätnachmittag komme ich nach Hause. Unten in den Zimmern sind viele Menschen. Fremde Gesichter; unter den Augen sind tiefe Schatten; die Stimmen sind heiser. Meine Mutter schneidet Brot. Garten qualmt es aus vier gegeneinander gelegenen Ziegelsteinen. Etwas Reisig und Papier wird nachgeschoben. Ein Kessel mit Wasser steht darauf; das blanke Metall ist schon verruẞt.
Süß und faulig ist die Luft. Die Stadt kocht im brodelnden Leichengeruch. Das Grün der Bäume und Sträucher ist welkbraun geworden. Die helle Windjacke, die ich heute getragen habe, ist rauchgeschwärzt.' In dem festen Stoff hängt der Geruch von Brand und Tod. Ich werfe sie weit fort von mir, doch der Geruch bleibt.
Ich gehe hinauf in mein Zimmer, lege mich hin und versuche zu schlafen. Es will nicht gelingen. Ich liege nur im Halbschlaf und höre das eintönige Gesumm einer heiseren Stimme, die von unten heraufdringt. Es wird eine der Frauen sein, die auf ihrer Flucht aus der Stadt bei uns Rast machen.
Monoton babbelt die Stimme, niemand unterbricht sie. Doch ich will nicht hören! Ich will schlafen. Aber wie ich es auch versuche, die Stimme ist da. Sie peinigt mich, denn sie ruft Erinnerungen und Verbindungen mit einer Musik wach, an die ich nicht denken möchte.
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Ich will aufspringen, ich will, diese Menschen bitten, zu gehen. Aber die Stimme die Stimme sie wird zur Melodie dieser Zeit, zu der Musik, die ich vergessen möchte und nicht vergessen kann. Vor mehr als einem Jahrzehnt habe ich sie zum erstenmal gehört.
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