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Noch einmal in drittes Hupen. Für Sekunden fällt grelles Licht über
. die Totengräber. Die Bonzen verlassen die brennende Stadt. Die Toten-
gräber marschieren ein. Matt blinken die Spaten im rötlichen Schein. Die
‚Schritte der schweren Stiefel verhallen im Dunkel.
Es wird still auf der Straße. Bald ist Mitternacht . Um Mitternacht heult die Sirene, regnet es Phosphor vom Himmel. Um Mitternacht geht. es ans Sterben!:
Unheilvoll stickig und sengend ist die Luft, dick von Leichen- und E andgeruch. Voller Angst und qualvollem Warten auf die kommende Nacht.;
Und wie wird es enden? Wie wird der Morgen sein?
Ach— das Examen! Morgen um neun Uhr fängt'mein Examen an. Das Gesicht brennt, und in. den Ohren dröhnt es:„Wir wollen an schönere Dinge denken———!"
Dazwischen drängt sich die alte Frage:„Wieviel Beine hat die Spinne?
Der gelbe Fleck am Himmel ist trübgrau. In der Nacht rauschte und donnerte. es über der Stadt. Sie liegt unter den Flugzeugen wie ein Bogen Millimeterpapier. Sie nehmen ihn vor— Quadrat um Quadrat.
Der Verkehr ist lahmgelegt. Die Eisenbahnschienen sind von der Glut zerbeult oder von Bomben zerrissen. Frühmorgens mache ich mich. zu Fuß auf in die Stadt. Die ersten paar hundert Meter sind noch frei von Trümmern. Dann aber wird der Rauch zu nebligem Qualm. Die Hand fährt über die Augen; sie beginnen zu tränen. Wir gehen in der Mitte der Straße. Etwas nach rechts, denn.uns entgegen strömt eine endlose, nicht abreißende Kette von Menschen. Bleiche, schwankende Gestalten. mit müden, rauch- geschwärzten Gesichtern.;£
Trümmer blockieren-die Straße. Es sind die. Barrikaden des Dritten
“Reiches! Wir steigen hinüber. Wir greifen nach den Händen, die sich uns-
entgegenstrecken. Dann bleiben wir stehen und reichen dem Nächsten die Hand. Einige Schritte von uns stürzen Häuserwände grollend zusammen.
Weiter, weiter! Nicht stehenbleiben! Es donnert in der-Nähe: Zeit- zünder. Es rollt in der Ferne.
„Achtung! Überall liegen Blindgänger!“ ruft eine Stimme jenseits eines Trümmerberges. Doth in stumpfer Gleichgültigkeit schleppt sich die Menge weiter. Was nützt es, abzusperren? Überall liegen Blindgänger. Jeder Schritt weiter kann ebenso unheilvoll werden wie das Zurück.
Am Wege stapeln sich die aus brennenden Häusern geborgenen Möbel. Polster und Maträtzen sind versengt. Die Politur der Tische ist fleckig vom Rauch. Die Besitzer sitzen daneben und halten Wache; an ihrem er- loschenen Blick flutet der Menschenstrom wie ein Geisterzug- vorüber. Warten sie auf Wagen, die ihre letzte Habe aufladen, die sie an einen sicheren Ort bringen werden?— In die von Trümmern verbauten Straßen
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