Druckschrift 
Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
Seite
121
Einzelbild herunterladen

Feuer?

sein", lehnt.

roten

euer!"

nation. en und

t

sich

es un­Fenster

andern Mantel.

= Stadt. waltige

- Kein

Her zu­

Schwa­tolpere es sich eudert. er eine

sendem itschen fressen. fallen.

e Hitze

en und nd Sinn amt ein

Nacht? utziges, Morgens

I Fleck.

Das Erlebnis der Nacht bricht herein in den grauen Morgen. Ich bin in Schweiß gebadet. Das Zimmer ist erfüllt von üblem Geruch. Es ist Leichengeruch, faulig, stinkend und sengend.

Die brennende Nacht, das gespenstische Trappeln der Füße! Wie es sie treibt zum Flammenmeer, zum Schauspiel zwischen Himmel und Erde! Erde? Nein Hölle! Draußen klingelt es. Feuerwehr. Dumpf reißt es

-

auf Zeitzünder.

-

Und da

-

und da? Da trappeln die Füße wieder.

Ich drücke den Kopf ins Kissen. Nichs mehr sehen von der Schwärze des Himmels. Nichts mehr hören von der schaulustigen Menge! Und dennoch lausche ich mit angehaltenem Atem. Keine Rufe dringen herüber. Die Schritte sind nicht mehr hastig. Sie schleppen sich über das Pflaster. Da sehe ich hinaus und schrecke zurück! Uber Nacht hat sich die Richtung des Stroms gewendet.

--

Sie wandern hinaus aus der Stadt. Mit rauchgeschwärzten Gesichtern, gezeichnet von dem Entsetzen einer einzigen Nacht. Frauen, die sich im Wintermantel schleppen, die den Pelzmantel noch übergeworfen haben. Sie keuchen unter der Hitze. Aber nur retten, den letzten Besitz noch retten! Frauen in dünnen Sommerfähnchen mit Strümpfen verschiedener Farbe. Die Bombe hat sie aus dem Schlaf gerissen. In wahnwitziger Hast zogen sie an, was sie fanden, und stürzten aus dem brennenden Haus. An der Hand zerren sie mit sich die Kinder. Die kleinen Füße halten nicht Schritt mit den großen. Sie haben die Kinder durch Rauch und Leichen­geruch geschleift. Die Männer tragen Koffer und mit Papierbindfäden ver­schnürte Kartons.

Sie lassen sich nieder am Kantstein. Sie ziehen die Schuhe aus. Sie legen sich auf das steinige Pflaster und starren in den verfinsterten Himmel. Kaum ein Weinen oder Klagen dringt herüber. In den Gesichtern ist das Leben erloschen

-

Sie strömen weiter

-

-

weiter

-

heraus aus der Stadt. Die Beine gehen gehen unaufhaltsam. Die Hände schleppen- schleppen die letzte Habe. Es wird nicht hell. Als der Tag in schweigende, unheilverkündende Dämme­rung übergeht, erlahmen die Hände. Sie lassen die Koffer zurück. Der Tod nähert sich. Wenn er kommt, kannst du nichts mit dir nehmen! Nur her­aus aus der Stadt. Die Beine gehen schneller.

Die Telephonleitungen sind zerstört. Die Stromversorgung versagt. Kein Wasser ist in der Leitung. Es floß im versiegenden Strahl über die rasen­den Flammen.

Als es dämmert, zieht über den Himmel ein rötlicher Schein. Der Men­schenstrom nimmt eine neue Richtung. Sie ziehen zu den Bunkern. Sie stürmen sie. Sie zwängen sich durch die Gasschleuse. Hinein in die ver­pestete Schwüle der schützenden, dicken Mauern, hinter denen die zu­sammengestampfte Menge nach Atem ringt!

121