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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Es war auf den Lofoten.

Da sind sie mit dem Fischerboot weit hinausgefahren. Sie haben Anker geworfen und auf den Fischschwarm gewartet.

Rundherum liegen andere Boote. Wüßten sie es nicht, so könnten sie es fast vergessen. Denn sie sind in Nebel gehüllt. Sie sind allein. Nur eine Bootspfeife klingt manchmal matt herüber.

Sie warten und schweigen und knüpfen Netze. Wenn der Fischschwarm vorüberzieht, werden die Netze sich füllen, bis das Boot gut und tief liegt. Der Bootsjunge Arne sieht in das sich kräuselnde Meer. Der Nebel zerrinnt auf dem Wasser in schwere Tropfen und bildet zerfließende Kreise. Die Augen suchen die dicke Nebelwand zu durchdringen jen­seits der Wand liegen die Zukunft, die Welt und das Leben.

Er schleudert einen Eimer über die Reeling und zieht ihn mit Wasser gefüllt am Strick wieder hoch. Er scheuert das Bootsdeck. Er schrubbt Latten und Bohlen, bis das Holz dunkel- feuchtglänzend von Wasser und Reinlichkeit ist.

Eine Möwe krächzt um das Boot. Als Arne aufblickt, sieht er gerade noch, wie sie aufschreiend im Nebel verschwindet. Achtlos stößt er mit dem Fuß den Eimer beiseite. Die Augen sind unbeweglich, als wollten sie die Wand aus Nebel durchdringen.

Denn das Leben das liegt hinter dieser Mauer. Es muß etwas Glänzendes, Großes, Gewaltiges sein. Der alte Bootsmann hat ihm davon erzählt. Er weiß es von dem Kapitän, der mit seinem Schiff Kohle in den Hafen bringt. Er hat dem Bootsmann von einer großen Stadt berichtet, wo die Häuser dicht nebeneinander stehen. Da wird es nie in den Straßen still. Auch des Nachts nicht, dann sind sie hell erleuchtet. Und im Hafen jener Stadt liegt ein Schiff neben dem andern. Sie sind ebenso groß wie das Schiff des Kapitäns, und einige sind sogar noch größer!

Arnes Augen weiten sich. Er meint, die Nebelwand müsse zerfließen. Aber nur gelbe Schwaden und schwarze Punkte tanzen vor seinem Auge. Da ballt der Bootsjunge die Fäuste. Die Augen blitzen: ,, Wenn ich erst Bootsmann bin! Ich werde sparen!" Er rechnet. Vor ihm häuft sich Krone auf Krone. Ein zwei vier Jahre lang Bootsmann ,, Dann habe ich ein eigenes Boot!" Wieder legt er Krone auf Krone. Es muß ein größeres Boot sein. Größer als alle, die hier im Nebel liegen. Die Boots­pfeife muß lauter als alle anderen tuten.

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Und eines Tages wird aus dem Boot ein Schiff; sein scharfer Kiel wird die Nebelmauer durchschneiden. Er wird nach dem Süden fahren, wo der Himmel blau ist. Die im Nebel aber werden sagen: ,, Ja der Arne! Der hat es weiter gebracht als wir."

Der alte Bootsmann sitzt auf den Tauen und bessert die Netze aus. Jetzt sieht er herüber zum Bootsjungen, schüttelt bedächtig den Kopf und sagt: ,, Der graue Nebel kommt vom Himmel und fließt ins Meer. Hinter

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