sieht er uns an und spricht dann mehr für sich selbst als zu uns: ,, Ich kann warten. Denn eines weiß ich, wenn ich mein Land wiedersehe, ist es frei!" Mir ist, als ob ich Sigurd seit langem kenne. Dem Lektor geht es nicht anders. Wir sprechen miteinander wie alte Freunde. Die Minuten fliegen dahin. Ich möchte sie festhalten.
Warum?
Zum erstenmal fühle ich, wie es ein Gefangener verstanden hat, daß wir Deutsche uns ebensosehr nach der Freiheit sehnen wie er.
Aber Sigurd sprach doch nur von der Freiheit seines Landes? Nein!
Er sieht auf das Plakat in den schreienden gelben und roten Farben und sagt, zu mir hingewandt: ,, Ich weiß, er ist ebensosehr Euer Feind wie der unsere. Wir sind nicht allein. Ihr das verborgene Deutschland wartet mit uns!"
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Ich sehe ihn unsicher an. Seine Offenheit mir gegenüber macht mich betroffen. Aber war ich heute nicht schon einmal miẞtrauisch, ohne Grund zu haben?
Der Lektor kommt mir zu Hilfe. Er fragt Sigurd: ,, Kennt Ihr Eure Dolmetscherin schon so gut?"
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Sigurd sieht mich freundlich an für einen kurzen, glücklichen Augenblick vergesse ich die Kälte dieser Zeit.
,, Ich sehe sie heute zum erstenmal", sagt er. Aber ich kenne sie schon gut! Und wenn wir mit Freunden zusammen sind, wird es hell. Dann wissen wir wieder, warum wir hier sein müssen, daß auch unser passives Warten einen Sinn hat."
Der Lektor wirft mir einen Blick zu. Wieder denken wir beide dasselbe. War es uns nicht noch vor wenigen Minuten draußen auf dem staubigen Weg genau so gegangen?
Sigurd tritt ans Fenster. ,, Ich sagte, in der Halle sei es immer dunkel. Doch sogar dort kann es geschehen, daß es hell wird ――"
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Es ist noch vor Mitternacht. Seit drei Stunden rotiert das Band der Maschine in rasender Schnelligkeit. Die Hände schieben das Eisen heran. Dreißig Sekunden die Kerbe ist tief genug. Die Hände ziehen das Eisen es fliegt auf das laufende Band. Die linke Hand greift in den Kasten, der neben der Maschine steht. Sie wühlt am Boden; der Kasten ist fast leer.
zurück
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Zehn Sekunden genau. Die Hände gehen wieder an die Maschine heran. Dreißig Sekunden. Die Maschine nagt sich ächzend ins Eisen. Zurück mit der Hand. Das Band der Maschine rotiert in rasender Schnelligkeit. Das laufende Band vor dem Tisch schiebt sich träge weiter. Die Hände wühlen. am Grund des Kastens
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