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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Nur keine Zeit verlieren! Neben ihm sind Pelle und Reidar gegen die Torfwand gelehnt. Schweißtropfen stehen ihnen auf der Stirn. Nicht von der Arbeit, sie haben heute nur wenige Torfwürfel gebrochen. Beide sind krank.

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,, Laß doch, Holger!" sagt Pelle. ,, Du schaffst es doch nicht für uns." Holger wirft einen kurzen Blick auf Reidar. ,, Leg dich hin", sagt er kurz. Und du, Pelle, bleibst stehen und hälst Wache, ob Ibel kommt." Ibel ist der Kalfaktor, der von Graben zu Graben kriecht. Am Weg steht der Grüne mit aufgepflanztem Seitengewehr, die Zigarette im Mund, und sieht gelangweilt über den grauen Himmel und den braunen Torf. Er ist überflüssig. Die Kalfaktoren besorgen seine Arbeit!

,, Vorsicht! Er kommt", flüstert Pelle. Sie fassen Reidar an der Schulter und versuchen ihn aufzurichten.

,, Laẞt mich liegen, ich kann nicht mehr." Reidars Augen glänzen fiebrig. Schweißtropfen rinnen über das Gesicht.

,, Du mußt, Reidar!" Holger reißt ihn hoch. ,, Morgen früh meldet ihr euch noch einmal krank. Vielleicht lassen sie euch dann zurück in der Baracke. Nur noch bis dahin, Kamerad!"

Hacke und Hände bohren sich in den faserigen Torf. ,, Los, an die Arbeit! Er kommt."

Zwei langschäftige, lehmverklumpte Stiefel schieben sich über die Torfwand des Grabens: Ibel, der Kalfaktor. Die Langschäfter künden ihn an. Sonst tragen Gefangene Holzpantinen.

,, Aha, hier sind ja unsere beiden Krankmeldungen von heute morgen", beginnt er. Er tritt mit dem Stiefel gegen den Torfhaufen. ,, Ihr seht also, es geht. Schlapp wird nicht gemacht. Freitag habt ihr fertig zu sein mit dem Pensum. Sonnabend wird zusätzlich gestochen."

· Von Graben zu Graben wandert die gleiche Litanei. Die Schwere des Tages wird noch lastender.

Keine Uhr schlägt im Moor. Die Zeit steht still. Keine Alarme, keine Bomben. Nur das Gebrüll der Wachtmeister und das rasende Bellen des Wolfshundes durchbrechen das ewige Schweigen. Hoch über den Wolken surrt es silbrig und hell. Holger hört es nicht mehr. Ist es noch derselbe Mann, der vor zwei Jahren mit Viggo im Flugzeug saß?

,, Dir gehören Land, Luft, Meer und die Freiheit!"

Holger kämpft. Wie rasend arbeiten sich Hände und Hacke in den Torf. Der nackte, braune Oberkörper glänzt vor Schweiß. Jede Minute ist kost­bar! Ach, stände die Zeit doch still! Sie werden sie schlagen, wenn ihr Pensum nicht geschafft ist, denkt Holger, und schleudert die Würfel über die Lehmwand. Er sieht zu Pelle und Reidar hinüber.

Wieder wühlen sich die Hände in den Torf. Der Verband um die linke Hand löst sich. Er ist blutrot gefärbt und von Lehm verschmutzt.

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