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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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ihnen doch ihre Männer wiedergeben,--- ihre Männer, die doch unschul­dig" seien und gar nichts" gemacht hätten.

Wir kannten diesen Frauen gegenüber kein Erbarmen. Wir lieben ihnen ihre Kleider und noch andere Gegenstände, die sie benötigten. Die Villen" aber mußten sie verlassen.

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Es war den Frauen nicht leicht, diese Reiche" zu verlassen, die weißge­täfelten Küchen mit eingebauten Schränken, mit Wasserspülbecken aus wei­hem Porzellan, die Möbel zu lassen, die die Häftlinge unter Schlägen und Fuftritten gefertigt hatten. In den Küchen stand ferner ein kleiner, mit Leder überzogener Tisch, den vier Stühle umgaben.

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Ob die Frauen dieser SS.- Bestien immer noch an ihre Schlafzimmer den­ken? An die dunkelbraun polierten wunderbaren Bettstellen, herrlichen Schalenlampen?--- Und an ihre einzigartig eingerichteten Wohn­zimmer, die mit wundervollen Bildern geschmückt waren?- An die Lam­pen, die aus der Haut von Häftlingen gefertigt waren?

Vier Kilometer nur trennte die Todesstätte, die Stätte des Grauens, von den Wohnungen der Männer und Frauen, die ganz unschuldig" waren, die nichts getan" hatten und die keinem Wurm etwas zuleide tun konnten".

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Zwangsbesichtigung

Am 12. April 1945 hatte der Kommandierende der amerikanischen Truppen angeordnet, daß sämtliche Weimarer Einwohner zwangsweise durch das Lager geführt würden, um diese Einwohner als Zeugen aufzurufen für die bestialischen Verbrechen, die die SS .- Banditen zwölf Jahre lang an unschul­digen Menschen verübt hatten.

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In Militärlastwagen wurden Frauen und Männer herangebracht. Ange­sichts der Scheußlichkeiten, die ihren Augen geboten wurden, schrien die Frauen auf, einige fielen in Ohnmacht,- aber auch die Männer mußten sich zwingen, ihre Gefühle zusammenzuhalten. Immer und immer wieder fragten sie sich und schauten sich an:" Wie ist so etwas möglich? Warum haben wir nie etwas davon erfahren?- Wie konnte so etwas geschehen,-- acht Kilometer von Weimar entfernt?"

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Auch der Vater und die Schwester des Reichsjugendverführers" v. Schirach wurden durch das Lager geführt. Nach der Führung durch das Lager, vorbei an den einzelnen Marterstellen, vorüber an Knochen- und Leichenteilen, er­klärte die Schwester Schirachs:" Was ich heute gesehen habe, das hätte ich nach Erzählungen niemals geglaubt und auch niemals für möglich gehal­ten. Wir sind ja in das grausamste Mittelalter zurückgefallen!"

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Im Anschluß an diese Zwangsbesichtigungen wurden ganze USA .- Divi­sionen durch das Lager geführt. Die heftigen Worte, die die Amerikaner bei dieser Gelegenheit gegen die SS.- Bestien aussprachen, waren Balsam für unsere wunden Seelen. Diese Greuel und Grausamkeiten wurden den ameri­kanischen Soldaten gezeigt, damit sie nach ihrer Rückkehr in die Heimat erzählen konnten, wofür sie kämpften.

Die Chefs der alliierten Regierungen schickten Sonderkommissionen. Mit­glieder des englischen Parlaments haben es sich nicht nehmen lassen, die ihnen mitgeteilten Folter- und Mordinstrumente mit eigenen Augen zu be­sichtigen, Menschen über Menschen strömten durch das Lager.

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