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untergegangen und waren hinter dem Waldrand der Straße, die von Weimar nach Apolda führte, verschwunden.
3 Uhr und 30 Minuten. Immer mehr Häftlinge hatten sich an den Fenstern der Baracken zusammengedrängt. Aus dem Fenster des Blocks 40 war die einzige Aussicht nach der Straße Weimar- Apolda gegeben. Wir schauten durch eine Waldschneide hindurch. Mit einem Male hörten wir M.G.- Feuer, das sich von Sekunde zu Sekunde verstärkte. Die Postentürme waren noch immer besetzt. Unaufhörlich hallte das M.G.- Feuer durch den Wald. Wir machten uns auf eine Beschießung des Lagers gefaßt. Es war niemand zu sehen. Nur das unaufhaltsame Knattern der M.G.- Salven klang zu uns herüber. Voller Aufmerksamkeit starrten wir nach der Straße. Zu sehen war jedoch nichts.
3 Uhr und 50 Minuten. Schon volle zwanzig Minuten befanden wir uns im Kampfe um Sein oder Nichtsein. Was sind zwanzig Minuten in einem Menschenleben? Was aber waren zwanzig Minuten für uns? Mit einem Male hörten wir Autos auf der Straße rollen. Sehen konnten wir jedoch nichts. Das Maschinengewehrfeuer war verhallt. Es war alles ruhig. Plötzlich sahen wir Panzer auf Panzer den Berg heraufrollen. Die Frühlingssonne lachte. Wir erkannten amerikanische Panzer.
Es war, als ob wir alle wahnsinnig geworden seien." Wir sind frei!", hallte es von einer Baracke nach der andern. Wir umarmien und küften uns, wir waren außer uns. Immer noch waren Skeptiker vorhanden, die zweifelten. Jeder wollte durchs Fernglas schauen und sich selbst von dem Anrücken der amerikanischen Panzer überzeugen. Nur noch einen Kilometer waren die Panzer der USA. - Armee von uns entfernt. Jetzt war niemand mehr zu halten. Alle Kommandos der Lagerältesten wurden überhört.--- 21 000 Häftlinge strömten tränenüberflutet aus den Blocks heraus. Wir sahen, wie die Häftlinge des Lagerschutzes, mit Gewehren und Panzerfäusten bewaffnet, zum Lagertor stürzten. Im gleichen Moment aber verließen die Wachtposten die Türme, um sich für die Uebergabe bereit zu halten. Die Panzer rollten näher und näher. Die Kommandantur war durch die Häftlinge besetzt. Der mit 5000 Volt Starksłom geladene Stacheldraht war kalt gestellt. Die SS. - Posten ließen sich ohne jeden Widerstand gefangen nehmen. Ja, einige SS.- Leute hatten sich nicht gescheuf, unter der SS. - Uniform Häftlingskleider zu tragen, ihre SS.- Uniform abzuwerfen und jetzt als Häftling gelten zu wollen. Der Wachtposten im Turm am Eingang des Lagerfors hatte Pech. Er rannte aus dem Turm hinaus, warf das Maschinengewehr auf die Erde und lief in Häftlingskleidern davon, als ob gar nichts wäre. Sein Leben war im Augenblick entschieden.
4 Uhr. Auf die Minute der vollen Stunde ging die weiße Fahne auf dem Fahnenmast empor. Am gleichen Mast, der zwölf Jahre lang das Banner der SS. getragen hatte. Ein Deutscher und ein Spanier hatten die weiße Fahne unter dem Jubel der überlebenden Häftlinge gehift. Unterdessen rollte Panzer auf Panzer der 3. USA.- Panzerarmee am Lager vorbei.
Die Häftlinge hatten den Schutz des Lagers übernommen. Obwohl im Lager selbst noch kein Panzer erschienen war, waren die Häftlinge bereits auf der Jagd nach den SS. - Banditen. Auf dem ersten Panzer, der hereingerollt war, safen einige SS.- Helden mit sehr verängstigten Gesichtern. Sie hatten sich bereits nach den ersten Schüssen gefangen gegeben. Entsetzlich war der Anblick der Kisten mit Munition und Sprengmaterial, die vor den Toren des Lagers gefunden wurden. Der Inhalt dieser Kisten sollte dazu dienen, das Lager und uns in die Luft zu sprengen. Inzwischen rollte ein Panzer nach dem andern vorbei. Sie rollten weiter, denn für sie war die
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