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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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sen, hin und her. Niemand kümmerte sich um mich. Nach zwei Stunden erst

bei konnte ich mich wieder erheben. Ich konnte und ich wollte nicht mehr imKleinen Lager bleiben. Ich ahnte

fach es, daß ich hier sterben oder den Mördern zum Opfer fallen würde. gen Mühselig schleppte ich mich zu einem Block, wo gerade ein neuer Trans- nter port zusammengestellt wurde. Zu meinem Glück setzte ein heffiges Schnee- 'we- treiben ein. Bei solchem Wetter hatten es die Banditen immer recht eilig. mit Es dunkelte auch bereits. Unbemerkt stellte ich mich mit an.-- Es gelang. dort Niemand hatte mein Tun oder mich selbst beachtet. ‚ma- Langsam setzte sich der Zug in Bewegung. Ich wußte, daß unser Trans-

port für Arbeiten in kriegswichtigen Betrieben eingesetzt werden sollte,-- ıtten die Bombenangriffen ausgesetzt waren. ‚enn Aber, so dachte ich, eine jede Bombe trifft ja nicht. hau- So zog ich insGroße Lager ein. olich Ba-@ ren.; DasGroße Lager teils ImGroßen Lager" waren Häftlinge aller politischen Richtungen und aber Nationalitäten vertreten. Hier fristeten bekannte Persönlichkeiten der poli- nicht tischen und der religiösen Kreise ihr kümmerliches Dasein. Hier wurden

Personen festgehalten, die vor Hitlers Machtantritt Weltruf genossen hatten. Wie mir erzählt wurde, hatte auch in diesem Lager einmalSturm ge-

wur herrscht. Jetzt aber, da die SS. -Bewachung geringer geworden war, ging Saar alles ruhiger zu. Auf Anordnung der Lagerverwalftung waren drei Lager-

älteste für einen sogenanntenLagerschutz eingesetzt. Die Aufgabe Hat der Lagerältesten war, Ruhe und Ordnung im Lager aufrecht zu erhalten. halle Zum Unterschied von uns Häftlingen trug dieser Lagerschutz grüne Mäntel

und hohe Stiefel. Außerdem waren sie mit einer schwarzen Binde, die in eicht weißen Buchstaben die Aufschrift trugLagerschutz, ausgestattet. Diese Ban- arbeiteten mit viel Geschick. Mit der Zeit gelang es ihnen, die wichtigsten Hän- Posten im Lager mit Häftlingen besetzen zu lassen. So hatten sie auch er- an reicht, daß alte politische Häftlinge auf der Kommandantur zu Schreibarbei- bge- ten herangezogen wurden. Diese aber wiederum haften in unserem Interesse Han einen Geheimauftrag erhalten, und zwar den, Gespräche zu belauschen, die

auf die Vernichtung des Lagers und einzelner Häftlinge hinzielten, wie auch gewisse Maßnahmen zu erforschen, die im Falle einer Besetzung durch die

n= alliierten Truppen durchgeführt werden mußten.

Bi Ich war dem Transportblock Nr. 13 zugewiesen, wo einGrüner

er herrschte. DieGrünen waren bekanntlich die Häftlinge, die mit dem

Taten grünen Winkel- Berufsverbrecher- gekennzeichnet waren. DieserGrüne Russ war aber ein guter Kerl. Er fat für uns, was er fun konnte. Auch die ganzen Verhältnisse imGroßen Lager waren anders wie die

in anderen Lagern. Trotz des ewig hungernden Magens fühlte man sich im locksGroßen Lager" mehr als Mensch. Wir waren in normalen Lagerbaracken > ich, zu je 60 Häftlingen untergebracht. Allerdings wurden in diese Baracken um 200 Häftlinge hineingepreßt. So kam es, daß die schmalen Betten je von andit zwei, ja oft sogar von drei Häftlingen belegt waren. Zwischen demKlei- sollst nen" und demGroßen Lager bestand ein großer Unterschied. Be Um 5 Uhr morgens mußten wir aufstehen. Gleich darauf wurden die Bet- ode

ten und die Zimmer gemacht. Dann gab es Kaffee. Nach dem Morgenappell,

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