sen, hin und her. Niemand kümmerte sich um mich. Nach zwei Stunden erst
bei konnte ich mich wieder erheben. Ich konnte und ich wollte nicht mehr im„Kleinen Lager” bleiben. Ich ahnte
fach es, daß ich hier sterben oder den Mördern zum Opfer fallen würde. gen Mühselig schleppte ich mich zu einem Block, wo gerade ein neuer Trans- nter port zusammengestellt wurde. Zu meinem Glück setzte ein heffiges Schnee- 'we- treiben ein. Bei solchem Wetter hatten es die Banditen immer recht eilig. mit Es dunkelte auch bereits. Unbemerkt stellte ich mich mit an.-- Es gelang. dort Niemand hatte mein Tun oder mich selbst beachtet. ‚ma- Langsam setzte sich der Zug in Bewegung. Ich wußte, daß unser Trans-
port für Arbeiten in kriegswichtigen Betrieben eingesetzt werden sollte,-- ıtten die Bombenangriffen ausgesetzt waren. ‚enn Aber, so dachte ich, eine jede Bombe trifft ja nicht. hau- So zog ich ins„Große Lager” ein. olich Ba-@ ren.; Das„Große Lager teils Im„Großen Lager" waren Häftlinge aller politischen Richtungen und aber Nationalitäten vertreten. Hier fristeten bekannte Persönlichkeiten der poli- nicht tischen und der religiösen Kreise ihr kümmerliches Dasein. Hier wurden
Personen festgehalten, die vor Hitlers Machtantritt Weltruf genossen hatten. Wie mir erzählt wurde, hatte auch in diesem Lager einmal„Sturm” ge-
wur herrscht. Jetzt aber, da die SS. -Bewachung geringer geworden war, ging Saar alles ruhiger zu. Auf Anordnung der Lagerverwalftung waren drei Lager-
älteste für einen sogenannten„Lagerschutz” eingesetzt. Die Aufgabe Hat der Lagerältesten war, Ruhe und Ordnung im Lager aufrecht zu erhalten. halle Zum Unterschied von uns Häftlingen trug dieser Lagerschutz grüne Mäntel
und hohe Stiefel. Außerdem waren sie mit einer schwarzen Binde, die in eicht weißen Buchstaben die Aufschrift trug„Lagerschutz”, ausgestattet. Diese Ban- arbeiteten mit viel Geschick. Mit der Zeit gelang es ihnen, die wichtigsten Hän- Posten im Lager mit Häftlingen besetzen zu lassen. So hatten sie auch er- an reicht, daß alte politische Häftlinge auf der Kommandantur zu Schreibarbei- bge- ten herangezogen wurden. Diese aber wiederum haften in unserem Interesse Han einen Geheimauftrag erhalten, und zwar den, Gespräche zu belauschen, die
auf die Vernichtung des Lagers und einzelner Häftlinge hinzielten, wie auch gewisse Maßnahmen zu erforschen, die im Falle einer Besetzung durch die
n= alliierten Truppen durchgeführt werden mußten.
er herrschte. Die„Grünen” waren bekanntlich die Häftlinge, die mit dem
Taten grünen Winkel- Berufsverbrecher- gekennzeichnet waren. Dieser„Grüne” Russ war aber ein guter Kerl. Er fat für uns, was er fun konnte. Auch die ganzen Verhältnisse im„Großen Lager” waren anders wie die
in anderen Lagern. Trotz des ewig hungernden Magens fühlte man sich im locks„Großen Lager" mehr als Mensch. Wir waren in normalen Lagerbaracken > ich, zu je 60 Häftlingen untergebracht. Allerdings wurden in diese Baracken ‚ um 200 Häftlinge hineingepreßt. So kam es, daß die schmalen Betten je von andit zwei, ja oft sogar von drei Häftlingen belegt waren. Zwischen dem„Klei- sollst nen" und dem„Großen Lager” bestand ein großer Unterschied. Be Um 5 Uhr morgens mußten wir aufstehen. Gleich darauf wurden die Bet- ode
ten und die Zimmer gemacht. Dann gab es Kaffee. Nach dem Morgenappell,
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