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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Hatte ich ein Bedürfnis zu verrichten, so griff ich nach Schaufel und Besen, um den Anschein zu erwecken, daß ich Stubendienst" hatte. Auch bei Kontrollen mimte ich den Stubendienst" und hatte damit immer Glück.

Die Kameraden, die in der Nacht gestorben waren, schob man einfach unter die Boxen, unter die Betten ". Niemand wollte sie anrühren. So lagen wir Stubendiensthabenden" immer mit Leichen im trauten Verein unter den Betten ". Oft lagen die Toten tagelang dort, gingen schon in Verwe­sung über. Widerlich war der Gestank.-- Dann stieß man die Leichen mit den Füßen immer weiter, bis zum Blockende,-- zur Tür hinaus. Und dort lagen sie wiederum oft tagelang, bis sie abgeholt wurden. Das Krema­torium hatte viel" zu tun.

Schrecklich war es in der Nacht, wenn man zum Abort mußte. Wir hatten dann das Gefühl, als gingen wir über ein Leichenfeld. Noch schlimmer, wenn die erstarrten Augen, die blut- und kotbedeckten Gesichter uns anschau­ten, oder die starren Hände zum Himmel zeigten.

Der Hunger griff um sich. Ihm folgten Auswirkungen, die unbeschreiblich sind.

Oft fand man morgens Leichen unter den Betten " oder vor den Ba­racken, aus deren Oberschenkel große Stücke Fleisch geschnitten waren. Die Menschen wurden zu Tieren.

Bei der Essenausgabe ging es immer schrecklicher zu. Die SS. sah feils untätig zu, wie sich die Häftlinge schlugen, bissen und kratzten, teils aber auch konnte sie der Gier", die sich der Häftlinge bemächtigt hatte, nicht mehr Herr werden.

"

Die Geister, die ich rief--."

Und wenn die SS. noch so sehr dazwischen schlug, immer wieder wur­den die Kranken und Schwachen zurückgedrängt. So wurden, damit jeder Häftling zu seinem Essen kam, Essenmarken eingeführt.

Bei dem Appell wurde jeder Häftling namentlich" aufgerufen und dann wurde ihm eine Marke ausgehändigt, die ihn berechtigte, in der Kinohalle einmal Suppe und Brot mit Zulage zu holen.

Mit dieser Maßnahme jedoch wurde das Gegenteil erreicht, was erreicht werden sollte. Turbulante Szenen spielten sich ab, an denen die SS. - Ban­diten ihre Freude hatten. Den Schwachen wurden die Marken aus den Hän­den gerissen. Aber, es wurde noch schlimmer. Eine wahre Mörderkompanie hatte sich gebildet. Beim Zählappell des Morgens entdeckte man abge­magerte Menschen, ausgeraubt, mit Stricken um den Hals oder mit Tüchern im Mund, tot auf ihren Brettern liegen.

Wir erstatteten Meldung an die SS. und an die Lagerleitung. Aber es kümmerte sich niemand darum. Es gab keine Stelle im Lager, die ein Inter­esse an der Aufklärung solcher Morde zeigte. Wir stellten Geheimabtei­lungen auf. Einige Häftlinge, die bei Verübung solcher entsetzlichen Taten erwischt wurden, waren nach einer Stunde tot. Und doch wurde es immer schlimmer.-- Immer schlimmer!

Ich hatte keine Ruhe mehr.-- Ich war allein.

Als ich hörte, daß im Kleinen Lager" Transporte für die Transportblocks 13 und 19 des Großen Lagers" zusammengestellt wurden, versuchte ich, dort hineinzukommen. Ich ließ mich durch einen Bekannten rasieren, um nicht zu alt zu erscheinen, und stellte mich mit auf. Da kam ein SS.- Bandit auf mich zu und schrie mich an:" Hau ab, Du altes Schwein,-- Du sollst doch hier verrecken!" Dabei trat er mich mit seinen spitzen Stiefeln gegen den Unterleib. Ich fiel um und wälzte mich vor Schmerzen auf dem Boden

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