Druckschrift 
Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
Seite
122
Einzelbild herunterladen

Selbst beim Kaffee- oder Tee- Empfang spielten sich solche Szenen ab, obwohl es sich hier doch nur um gefärbtes warmes Wasser" handelte. Zweimal in der Woche sollte es Kartoffeln geben. Kartoffeln aber konnten den General Hunger" am besten besänftigen. Also, Kampf um die Kar­toffeln gegen den Hunger.

Das übliche Kraut, woraus die tägliche Suppe gebraut wurde, die Rüben und die Kartoffeln, wurden mit einem Lastkraftwagen vom Hauptlager heran­gefahren. Kam dieser Wagen heran, dann stürzten sich die Häftlinge von allen Seiten auf den Wagen, um zu helfen, um abzuladen, um sich einige rohe Kartoffeln oder eine Rübe aneignen zu können. Trotz schwerster Schläge der SS. - Banditen war diesem Uebel, diesem dem Hunger ent­sprungenen Uebel, nicht beizukommen.

Die schwersten Angriffe aber wurden gegen den Lastkraftwagen geführt, der das verschimmelte und steinharte Brot aus dem Hauptlager als Schweine­futter heranbrachte. Es waren geradezu strategisch geführte Angriffe. Hinter dem Lastkraftwagen stürmten die Russen heran, von einer Seite die Polen und von der anderen Seite Häftlinge aller Nationen. Im Nu war der Wagen leer. Die SS. - Banditen schossen dazwischen. Diese Angriffe wurden als ,, Sabotage" ausgelegt. Es wurde nämlich behauptet, die Angriffe verfolgten den Zweck, die Schweine" verhungern zu lassen.

Π

" Magere" Schweine aber verletzten in gleicher Weise das Ehrgefühl der SS. wie entflohene" Häftlinge. Von mageren" Schweinen waren keine Festbraten zu machen, also mußten" die Schweine fett sein, und also multe auf die anstürmenden hungernden Häftlinge geschossen werden. War es den Häftlingen gelungen, den Wagen leer zu rauben, dann wurde als Gegenmaßnahme die zugewiesene Brotration auf die Hälfte herabge­setzt, denn,- auf jeden Fall mußten die Schweine" zu ihrem Recht kommen.

Ein beliebter Sammelplatz der Häftlinge waren die Müllgruben. Diese wurden nach Kartoffel- und Rübenschalen durchwühlt. Häufig brachen hier­durch Krankheiten aus, denn die bereits in Fäulnis übergegangenen Lebens­mittelabfälle, vermengt mit menschlichem Kot, waren schwere Bakterien­träger.

Die Häftlinge wurden bestraft.-- Mit Recht bestraft.-- Aber wie merk­würdig. Im Gegenteil.

Hatte man bei einer Kontrolle bei einem Häftling eine Rübe oder eine rohe Kartoffel gefunden, die dieser in die Grube mitnehmen wollte, dann wurden diese Häftlinge angewiesen, die Rübe oder die Kartoffel in das Klo­sett zu werfen, mit den Händen wieder herauszuholen und die mit Kot bedeckte Rübe oder Kartoffel vor versammelter Kolonne zu essen. Wurde dem Häftling übel, so schlug man ihn solange, bis die Rübe gegessen oder der Häftling tot war.

Wo blieb da die Frau

"

Gerechtigkeit"?

Um uns satt zu machen, griff man auch zu anderen Mitteln. Da wir keine Taschentücher hatten, sahen wir uns gezwungen, den Auswurf auf die Wege zu speien. Da kam der Herr Lagerführer" auf den Gedanken, diese vita­minhaltigen" Auswürfe nicht umkommen zu lassen. Wir mußten sie vor seinen Augen von der Straße aufschlecken.

11

Wir führten den Kampf gegen den General Hunger". Und nun, liebe Leser, werden Sie mich verstehen, daß es doch etwas anderes ist hung­rig zu sein", oder ängstlich zu sein, zu verhungern".

Die Grube

sam g

uns in versor Fahr

sicht

S ch l volksd semit schere schind

In d

trieb.

Dazwis klirrten An

die he

Ein- To fernmü

Fiel

die

Die ohne dert w

beitslei

Erholur

entbran

Schwei

ist Sab tete ei nieder

Scho

gann.

wechse Steiger auf uns schnell,

Die N

trieben

zwische Nach waltige seinen Noch Jünema stern un über St sich an

122