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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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ein Bayer mit roten Haaren, der achtunddreißig Jahre alt war und hohe Posten eingenommen hatte.

Die Prügelstrafe war nach der Höhe des Weries der eingeschmuggelten Ware festgesetzt, auch die Zahl der Schläge. Einer nach dem andern wur­den wir auf den Bock geschnallt. Fünf SS. - Helden und drei Capos mit auf­gekrempelten Hemdärmeln erwarteten uns. Wir erlitten entsetzliche Schmer­zen und brüllten wie die Ochsen.

Ein Häftling bekam 25 Schläge, weil er das Bild seiner Frau bei sich ge­habt hatte. Für das Sacharin bekam ich 10 Schläge zugeteilt. Abwechselnd schlugen die acht Bestien, damit ihre Kraft nicht erlahmte. Und der Lager­führer haute zwischendurch auch zu. Nach Beendigung dieser son ntäg­lichen Prügelei mußten wir mit unseren schmerzenden Gliedern noch 15 Minuten in Kniebeuge sitzen. Dabei durften wir uns nicht rühren. Es waren entsetzlich quälende Minuten. Die gespannte Haut sprang auf und das Blut lief an den Beinen entlang und tropfte auf die Erde.

Häftlinge, die Tabak bei sich hatten, wurden wegen Sabotage" ins Hauptlager verschickt, denn Rauchen in der Grube" war streng verboten. Dieses Verbot war uns bekannt, und es hat auch niemals ein Häftling oder ein Zivilist in der Grube geraucht, denn wir waren uns der Gefahren wohl bewußt, die durch offenes Feuer heraufbeschworen werden konnten.

Im Monat erhielten wir fünf bis zehn Zigaretten. Vorausgesetzt, daß diese nicht von der SS. beschlagnahmt" oder unterschlagen wurden. Bestimmte Rauchzeiten waren festgesetzt. Wurde ein Häftling außer dieser Zeit,-- kurz bevor oder kurz nachher,-- beim Rauchen erwischt, so erhielt er Rauchverbot.

So und ähnlich verging der erste Teil unserer Freizeit". Immer aber unter unmenschlicher Quälerei. Der zweite Teil bestand im Schlafen. Wir schliefen auf Brettern. Durch die immer weiter ansteigende Häfflingszahl waren die Betten verschwunden. Ein Strohsack und zwei inzwischen auch schmutzig gewordene Decken bildeten unser Nachtlager. Frühestens um zwei Uhr in der Nacht kamen wir zum Schlaf. Fanden jedoch Sondervorstel­lungen statt, wie Strohsackzählen,-- Deckenzählen,-- Läusekontrolle ,. dann wurde es häufig auch morgens vier Uhr. Aufstehen aber mußten wir immer um sieben Uhr. Weitere fünf Stunden, Freizeit" standen uns noch zur Verfügung.

Um halb 8 Uhr gab es Kaffee und Brot. Das Brot mußten wir einteilen für die Schicht, denn das Schichtenbrot war schon lange fortgefallen. Dann wurden wir zur Arbeit eingeteilt, denn wir mußten ja immer arbeiten.-- Waschküche, Abortreinigung, Speisesaalreinigung, Kartoffeln schälen und das Lager reinigen. Die Arbeit dauerte bis zum Mittagessen.

Mußten wir in der Waschküche arbeiten, so liefen wir Gefahr, von Capos, unter Anleitung des SS. - Waschküchenchefs, heiße Wäsche ins Gesicht ge­schleudert zu bekommen. Brandsalbe oder andere Linderungsmittel waren nicht vorhanden, nicht für uns Häftlinge.-- Darum ja gerade! Beim Speise­saaldienst waren die Böden und die Efschalen zu reinigen. Wurde hier ein Häftling dabei erwischt, daß er eine Eschale mit dem Finger ausleckte, dann warf man ihm 200 bis 300 Ekschalen an den Kopf. Und er erhielt mit­tags keine Suppe, denn er hatte sich ja saft geleck f".

Auch ich habe alle anfallenden Arbeiten verrichtet. Ich habe heiße Wäsche ins Gesicht, ich habe 300 Ekschalen an den Kopf erhalten, ich habe mich im Kartoffelkeller an rohen Kartoffeln satt gegessen, ich habe die Aborte ge­reinigt.... Hinein in die Sch...!" Bei all diesen Arbeitsverrichtungen er­hielt ich Schläge, wie sie auch die anderen Häftlinge bekamen. Als die

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