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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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kommando überantwortet wurden. Diese Gesundheitskontrollen wurden daher zuTodeskontrollen.

Die Frauen hatten sich bei diesen Kontrollen entkleidet auf dem Appellplatz einzustellen. Die sogenannte Aerztin gab alsdann einem Häft- ling die Nummern der zu vergasenden Frauen und Mädchen an. Die Ver- gasung erfolgte aber erst einen oder gar mehrere Tage später. So kam es, daß viele Frauen ihrem Leben durch Berühren der Starkstromleitung selbst ein Ende machten, wenn sie nicht einer Scharfschützenkugel zum Opfer fielen.

Einmal, es war im Jahre 1943, wurden 500 Frauen unmittelbar vom Bahn- hof nach den Gaskammrn geführt. Als sich die Gaskammern geöffnet hatten, rissen die Frauen aus. Eine Panik entstand, die ein furchtbares Blutbad aus- löste. In wenigen Minuten waren die Frauen mit Maschinengewehren nie- dergestreckt. In anderen Fällen hatte man die Frauen mit Hunden in die Gaskammern gehetzt. So war es in allen Lagern.

Ueberall fragten sich Frauen, wie Männer:Wann werde ich getötet?" In Krankheitsfällen standen auch hier weder Medikamente noch Verbands- material zur Verfügung. Dagegen luden die Gaskammern und die Ver- brennungsanstalten jederzeit[reundl!ich" zu einem nur einmaligen Be- suche ein. Die weiblichen Häftlinge verrichteten ihre Arbeit aufZeit. Sie waren nur vorübergehend beschäftigt.

Und dazwischen wüteten weibliche Bestien herum, wie sie das Leben als ewige Abschreckung nur einmal hervorbringen kann.

Kinderfabrik

Zu den interessantesten Einrichtungen des Frauenlagers gehörte ein Zel- lenbau, wie er auch in dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück vor- handen war, die sogenannteKinderfabrik". Was sich dort abspielte, steht außer aller Sittlichkeit des Lebens. Und es ist schwer zu beschreiben und kaum auszudenken, da Angehörige eines so hochkultivierten Volkes auf eine solch niedrige Stufe herabsinken können.

Ich schäme mich, das, was ich in diesem Kapitel niederzuschreiben ge- denke, kundzutun, aber wie ich bereits im vorigen Kapitel erwähnt habe, ich tue es nur aus dem Grunde, um damit der Welt ein Wahrheitsdokument zu geben.

Wozu war dieser Zellenbau?

Von Zeit zu Zeit wurden alle reichsdeutschen Frauen und Mädchen einer besonders eingehenden ärztlichen Kontrolle unterzogen. Die völlig ent- blößten Häftlinge wurden vor einen sogenannten Arzt geführt und von demselben auf Stärke und Ausdauervermögen geprüft. War ein guter Be- fund zustandegekommen, so wurden die Frauen auch weiter unbekleidet in ein anderes Zimmer geschickt. Dort saßen einige vollgefressene SS.-Män- ner, die sich am Anblick der unglücklichen Frauen ergötzten und eine nach der andern fragten:Sind Sie bereit, dem Führer ein Kind zu schenken?

Die Frauen, an welche diese Frage gerichtet wurde, wuhten, daf sie sich in einer sehr schweren Lage befanden. Die Verneinung der Frage hätte selbstverständlich die sofortige Vergasung zur Folge gehabt, oder, was auch häufig geschah, hatten die Frauen 25 Schläge mit einem vorher durch Wasser geschmeidig gemachten Ochsenschwanz auf das nackte Hinterfteil erhalten,

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