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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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gar mit einer weiblichen Angehörigen aus dem Frauenlager zusammen­zukommen.

An dem Tage, von dem ich eben schrieb, waren von ehemals 800 männ­lichen Ankömmlingen noch 230 arbeitsfähige" Häftlinge angetreten. Die anderen waren bereits durch nazistische Hilfe" zur ewigen Ruhe abberufen worden. 230 Häftlinge hatten also noch ein Recht auf Leben und auf Ar­beit. Bevor wir jedoch endgültig in ein Arbeitskommando eingereiht wur­den, mußten wir einige Zeit auf Probe arbeiten, um den Beweis zu erbringen, ob wir fähig seien, für den deutschen Sieg" zu arbeiten. Wieder be­gann ein Tag. Es war vier Uhr morgens. Ein schriller Pfiff hallte durch das Lager. Und schon stürzt die SS., bewaffnet mit allerlei Schlaginstrumenten, auf unsere Betten und brüllte:" Was? Ihr Hunde seid noch nicht aus den Betten? Glaubt Ihr denn, hier wäre ein Sanatorium?" Das war unsere Mor­genbegrüßung. Aengstlich sprangen wir hin und her, denn wir wußten ja nicht, was wir fun sollten. So standen wir uns immer nur selbst im Wege. Waschen konnten wir uns nicht, weil das Wasser durch die umherliegenden Leichen völlig verseucht war. Wir warteten alle auf die kommenden Be­fehle. Ich sagte, wir warteten darauf, denn die Zeit ohne an uns erteilte Aufträge wurde von den SS. - Bestien ja nur als Schlagezeit betrachtet. Im Laufschritt, dabei mußten wir singen, ging es unter starker SS. - Bewachung an die Arbeit.

Jeder SS.- Sturm hatte seinen Scharführer". Und diese waren nun mit der Aufgabe betreut, uns zu arbeitsfähigen Menschen" zu erzie­hen. Wir mußten tiefe Wassergräben ziehen, Kabel legen, Kanalarbeiten oder Straßenbauten ausführen. Andere wieder mußten Häuser oder Baracken bauen und im Wald Holz fällen. Die Arbeit teilte sich in ca. 30 Arbeits­kommandos ein. Jedes Kommando hatte seinen Häftlings- Vorarbeiter, einen Capo und einen Kommandoschreiber. Ringsherum um jedes Arbeitskom­mando liefen die SS. - Banditen, um uns zu bewachen. Schubkarren oder ähnliche Transportmöglichkeiten waren nicht vorhanden. Es mußte alles mit den Händen getragen werden. Mußte daher z. B. jemand Zement tragen, dann zog er seine Jacke aus, kehrte sie um, schüttete den Zement hinein und trug ihn so von einer Stelle zur andern. Selbstverständlich ging keine Arbeit schnell genug. Immer wieder setzte die Belebung" ein. Wie ich schon so off geschildert habe, und es auch weiter wie ein roter Faden durch diese Darstellung gehen wird, wurde wahllos zwischen uns geschlagen, und niemand konnte sich den Schlägen entziehen. Dabei war es ganz egal, ob man viel oder wenig arbeitete, schnelll oder langsam. Als ginge es gegen den Feind, so stürzten die SS. - Bestien brüllend und wie wahnsinnig auf uns zu. Es war ja in jedem Falle ein leichter Sieg, denn Widerstand gab es nicht. War jemand von einem Schlag zu Boden gefallen und zuckte dabei mit den Händen, so wurde dieses als Widerstand gegen die SS. ange­sehen. Und was war die Folge? Entweder sofort erschossen oder zu Tode geprügelt zu werden. Als wir durch unsere Erfahrungen klug geworden waren, hielten wir immer die Hände fest an den Hosen, um nicht in den Verdacht des Widerstandes zu geraten. Ob Tote auf unserem Platz lagen, das war egal, die Arbeit ging dennoch weiter. Nun muß man sich einmal vorstellen, was für ein übler Geruch entsteht, wenn Tote einen ganzen Tag lang der brütenden Sonnenhitze ausgesetzt sind. Waren wir z. B. dazu kommandiert, Gruben auszuheben und lag an der Stelle, wo ein einzelner Häftling graben sollte, ein Toter, so stieß der Häftling diesen Toten mit dem Fuß weiter, und so ging der Tote den ganzen Tag der Arbeit des Häftlings voraus. Es dürfte erklärlich sein, daß man eingedenk solcher vor

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