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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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strafte. Strafen am laufenden Band. Einer armen Frau nahm man alles, weil sie drei Nadeln an ihrem Kleide hatte. Weinend fiel sie um.

Meinen Füllfederhalter schenkte ich einem alten Insassen des Lagers, einem Franzosen . Die 500 Franken, die ich noch hatte, verbarg ich im Mund. Es ging gut. Ich passierte die Kontrolle. Auch meine Mutter hatte Glück. Ich hatte ihr Geld in ihrem Schuhabsatz versteckt, den ich vorher entfernt und dann wieder befestigt hatte.

Nachdem die Kontrolle beendet war, wurden wir wieder getrennt. Männer und Frauen für sich. So lange es ging, behielt ich meine Mutter im Auge. Doch bald war sie meinen Blicken entschwunden. Es spielte sich alles in Blitzesschnelle ab, ich konnte keinen Gedanken fassen. Eine Schikane folgte der anderen. Ja, wir befanden uns im besetzten Gebiet. Wir genossen den Schutz und die Liebe" der Gestapo . Wir standen wieder unter ,, deutschen" Gesetzen, unter Gesetzen, die die Gesetze der Welt wer­den sollten.

Ein Lichtblick ging mir auf, ein Rätsel war gelöst, als angeordnet wurde, den Männern den Kopf zu scheren.-- Die erste Maßnahme für das K.L.-- Ich schwieg, denn hätte ich gesprochen, eine neue Panik der Angst, des Schreckens wäre ausgebrochen. Die Greuel von Dachau standen vor meinen Augen. Zum zweiten Male unter die Fuchtel der SS. ? Ich fragte mich:" Was will man mit den vielen alten Menschen machen? Sollen die auch noch arbeiten?"

Es schien mir unglaublich, es schien mir einfach unmöglich, daß man tausende von Menschen töten wollte. Denn ein Gesetz der Hitler - Schergen lautete doch:" Wer nicht mehr arbeiten kann, wer alt und schwach ist, hat das Recht zum Leben verwirkt."

Gibt es nicht einen Gott?-- Und wenn es ihn gibt, man hat es uns doch gelehrt, kann denn Gott soviel Elend, soviel Greuel zulassen? Ich wußte nicht mehr ein noch aus. Ich war erschüttert. Was sollte mir das Leben noch bringen?

Ein kurzes Auf Wiedersehen" hatte mich von meiner Mutter getrennt. Ich hatte mich zusammengerissen und zu ihr gesagt, daß wir bestimmt im nächsten Lager wieder zusammenkämen, sie solle nicht weinen und sich nicht sorgen. Sie sollte sich nur auf den Herrgott verlassen. Wir hatten uns fest und klar in die Augen gesehen. Weinen konnten wir nicht. Die Tränen meiner Mutter waren versiegt, sie hatte, wenn sie allein war, zuviel ge­weint, und meine Tränen waren erstickt.

Im Tempo-- Tempo" wurden wir auf wartende Autos verladen. Die Tore des Lagers Drancy öffneten sich. Durch die Straßen von Paris fuhren wir nach dem Bahnhof Drancy- Le Bourget".

Dort hatte sich das Bild geändert. Die Uniformen waren ausgewechselt. Die SS. - Mörder waren erschienen. Gestapo und SS. - Banditen Hand in Hand. Viehwagen, ohne Stroh, und nur mit kleinen 20 cm hohen und 50 cm langen Luftlöchern, waren vorgefahren. Auf dem Zettel, wo sonst die An­zahl des zu befördernden Viehes vermerkt war, stand die Zahl 50. Der Vorgeschmack, der uns bevorstand, war gegeben. Von ihrer Wichtigkeit überzeugt, schrien uns die SS. - Banditen an und stießen uns. Besonders ge­schmackvoll erschien diesen Sadisten die Anordnung, in jeden Viehwagen 25 junge Mädchen und 25 alte Männer, oder umgekehrt, hinein zu stoßen. Sie lachten darüber. Wir aber setzten uns über solche Scherze hinweg.

Als alle Waggons belegt waren, erhielten wir für zwei Tag Lebensmittel und für fünfzig Personen einen Eimer mit 20 Liter Wasser. Dann wurden die

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