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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Am Lagertor erhielten wir die Henkersmahlzeit". Stunden vergingen mit Warten. Um 9 Uhr abends wurde ich aufgerufen. Es war dunkel. Nur hin und wieder blitzten Scheinwerfer auf. Ich bestieg das Auto. Im letzten Mo­ment, bevor der Wagen abfuhr, sah ich, wie man den Bruder meines Kol­legen, der sich versteckt hatte, heranbrachte, und ihn ohne jedes Gepäck den Wagen besteigen ließ.

Auch ihm war es also unmöglich gemacht, gemeinsam mit seinem Bruder zu fahren.

--

Dann setzte sich das Auto in Bewegung. Und schnell entschwand das Lager unseren Blicken. Wie vor 22 Monaten, als wir hier ankamen, sausten die Wagen bergauf, bergab, die Straße entlang. Ich war in Gedanken bei meiner Mutter. Wie würde sie den Abschied erleben?-- Arme Mutter! Wie, als ob man uns einen Abschiedsgruß senden wollte, so leuchteten die Lampen des Lagers in den dunklen Himmel hinein. Eng zusammen­geprekt sahen wir auf dem Wagen nebeneinander,-- wie zu einer stillen Andacht zusammengerufen.

Am Straßenrand aber stand ein kleiner Junge und sang das Lied von Gurs :

Schön ist die Welt für viele,

Bei ihnen geht alles glatt,

Doch daneben gibt's auch and're,

Die haben ihr Leben satt.

In den Basses- Pyrenäen gibt's einen Ort,

Dort stehen Baracken, aber kein Baum steht dort,

In dieses Lager muß der hinein,

Der kein Recht hat, Mensch zu sein.

Im Rattern des Autos gingen die Töne unter. Aber sie klangen in uns nach. Der kein Recht hat, Mensch zu sein!"

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Räder rollen zum Ziel

Die Autos stoppten. Gleich darauf war die Fahrt beendet. Alles aus­steigen", erschallten Rufe. Die Männer in den schwarzen Uniformen hatten den ganzen Platz um uns abgesperrt. Einige schwache Lampen brannten. Ein Zug stand bereit.-- Viehwagen!-- Viehwagen!

Noch einmal wurden wir aufgerufen. Und dann mußten wir über kleine Leitern die Waggons besteigen. An einer Seite meines Waggons standen zwei Kisten als Sitzplätze für die Posten. Auf dem Boden lag Stroh. Die dreißig Menschen, die in jeden Waggon kamen, wollten alle einen Platz an den Wänden haben, für eine Rückenlehne. Schon gab es Streit. Stoßen und Schieben setzte ein. Die Menschen brüllten sich an.

Um acht Uhr früh gab man uns statt Suppe Brot, die Reiseverpflegung für zwei Tage.-- Es war kühl.-- Nach einiger Zeit ertönte ein schriller Pfiff. Zwei Posten bestiegen den Wagen. Und gleich darauf setzte sich der Zug in Bewegung. Wir waren glücklich, daß nun endlich die Räder rollten, denn es gibt nichts Schrecklicheres, als stundenlang auf Bahnhöfen zu war­ten. Fährt der Zug, dann sehen die Augen immer wieder etwas anderes, die Sinne arbeiten, die Menschen sind beschäftigt. Aber untätig an einen Ort gefesselt zu sein,-- das ist furchtbar.

An Wiesen und Wäldern ging es vorbei. Ueber Höhen hinweg und durch Täler. - Die Räder rollten.

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