hatte meine Mutter mit diesen Arbeiten begonnen, da richteten auch die übrigen Frauen ihre Sachen. Alles bereitete sich für einen plötzlichen Befehl vor.
Bevor ich in die Station zurückging, traf ich noch einmal in das Lagerbüro ein. Neue Meldungen lagen jedoch nicht vor.
Die nächsten Tage besorgte ich den Garten und machte weitere Einkäufe im Dorf. Dort aber fragte man mich immer wieder, was denn eigentlich los sei. Die im Dorf wohnenden Wachmannschaften hätten erzählt, das Lager würde aufgelöst. Viele Dorfeinwohner fühlten mit uns und hätten gern geholfen. Hier erkannte ich wieder, daß es doch Menschen gab, deren Gedanken sich voller Sorge und Mitleid mit uns beschäftigten.
in Aber die im Lager und die im Dorfe lebten in getrennten Welten, zwei Welten, die durch doppelte Stacheldrahtsperren getrennt waren. Und darüber gingen die sorgenden Gedanken wohl hinweg, doch die schaffende Liebe nicht hindurch.
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Am 5. August, abends, wurde ich zur üblichen Lagerbesprechung bestellt. Vor Beginn dieser Sitzung sprang ich schnell noch in die Baracke meiner Mutter hinein. Ich wollte ihr noch einige freundliche Worte sagen. Aber,-- ich fand meine Mutter, wie immer, sehr ruhig und gefaßt. Sie ließ sich von allen umherschwirrenden Nachrichten nicht beeinflussen. Nur drückte sie den Wunsch aus:„ Es wäre schön, wenn wir in ein besseres Lager kommen würden, denn noch einen Winter in diesen kalten Baracken!!-- Ich darf gar nicht daran denken!"
In der Lagerbesprechung, die ungefähr eine Stunde dauerte, wurde der Plan zu einer neuen Wasserleitung vorgelegt. Anschließend fand, das war schon zu einer Regelmäßigkeit geworden, ein gemütliches Beisammesein statt. Zwei Meister der Musik und eine Sängerin unterhielten uns mit herrlichen Sachen. Auf meinen Wunsch wurde auch mein Lieblingslied Vergimeinnich t" vorgetragen. Tiefe Stille herrschte. Alle hörten bewegt und ergriffen zu. Alle dachten schon an das Auseinandergehen". Da wurde ganz plötzlich die Tür aufgerissen. Wir schauten uns überrascht um. Die Sängerin brach ab. Mit erschreckten und flackernden Blicken stand sie vor uns und deutete mit ihrer ausgestreckten rechten Hand nach der Tür. Dort dort", sagte sie geistesabwesend.-- Und was war?
"
An der Tür standen zwei Männer, bekleidet mit neuen schwarzen Uniformen. Der eine dieser Männer hatte eine dicke silberne Kordel über die Schulter hängen. Mit scharf fixierenden Augen schauten sie über uns hinweg. Ein Menetekel!--„ SS.?" fragten wir uns.-- Nur mit den Augen. -- Die Lippen waren fest geschlossen. Verwegen schaufen die Männer aus.-- Gedrungene, schwere Gestalten. Wie sprungbereite Tiere standen sie da. Ich dachte an den Roman" Ben Hur". Und ich sah die um ihren Glauben ringende Christenschar in der Arena versammelt, zusammengetrieben,-- und mir war, als wären soeben die Türen von den Käfigen der blutgierigen als müsse sich im nächsten und hungrigen wilden Tiere hochgezogen,- Augenblick ein furchtbares Gemetzel ergeben. Als wartete die Stimmen nur darauf, zu schreien, zu brüllen.--
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