Als ich erwachte, war es heller Tag. Ich hatfe nach meiner Mutter hinüber- geschaut. Sie sak, den Kopf nach hintenüber gelegt, und schlief. Um ihre Mundwinkel standen schräge Falten.-- Sorge!-- Im Schlaf schien die sonst von ihr ausströmende Ruhe von ihr gewichen zu sein. Träumte sie?-- Ein Zucken lief über ihr Gesicht.-- Arme, liebe Mutter!-- Sorgte sie sich auch im Schlaf um uns?
Auf den Wiesen lag noch dichter Nebel.
„Rmtata,-- rmtata,-- rmtata”, sprachen die Räder in einem fort. Weiter ging die Fahrt. Wieder ein Bahnhof.-- Lachende Menschen winkten uns zu. Das erste menschliche Lächeln nach vielen schrecklichen Stunden. Und dort drüben? 200 Meter von uns entfernt befanden sich französische Sol- daten. Auch sie winkten uns zu. Wir aber standen hinter den Fenstern,-- wir winkten nicht zurück.
Sollte dieses ein neues Mittel werden, uns zu drangsalieren? Nein, wir wollten der blutgierigen SS. keine Veranlassung geben!
Aber die Menschen winkten weiter. Sie riefen uns Worte zu, die wir nicht verstanden.
Da erfahte mich ein unbeschreiblicher Drang. Ich öffnete das Fenster, ich beugte mich hinaus. Auch aus den andern Abteilfenstern schauten Menschen hinaus. Alles geriet in größte Aufregung. Ein Leidensgenosse winkte mit den Händen. Er legte die Hände an den Mund,-- zum Trichter-- und rief:„Rolf, schau, der Dienstwagen ist fort. Die SS. -Banditen sind ver- schwunden!”
Ich kann die Freude nicht beschreiben, die uns nun erfahte. Alles war außer Rand und Band. Die Augen meiner Mutter strahlten.„Rolf", sagte sie nur und ergriff meine Hand. Meine alte Großmutter saß in der Ecke und weinte. Das alte, verwitterte Gesicht war wieder schön.-- Wir umarmten uns untereinander. Wir lachten und schluchzten zugleich.
„Ist es denn wirklich wahr?”, fragten einige Zweifelnde. Sie wurden von unserer Freude angesteckt. Und trotzdem fragten auch wir uns:„Ist denn so etwas möglich?”
Hunger und Müdigkeit waren vergessen. Weiß schimmerten unsere Augen aus den schmutzigen, verrusten Gesichtern. Und,-- wo die Tränen herunter- gelaufen waren, zeigten sich helle Streifen. Wir lachten und jauchzten.
Nach schweren acht Jahren frei. Frei von Sorgen um das bifschen Leben! Wir waren arm,-- und wir waren doch so reich!-- So reich jetzt!
Fenster auf,-- Luft herein! Die Sorgen hinaus. Jetzt freuten wir uns über die Landschaft, über die Wiesen und Felder.
Menschen winkten uns zu.-- Wir winkten zurück.-- Häuser und Fa- briken.-- Frieden.
Nach Stunden glücklicher Fahrt hielt der Zug. Menschen kamen in un- sere Abfteile, sprachen zu uns.-- Wir aber verstanden sie nicht. Doch dann ward uns Hilfe. Eine Frau, die Deutsch verstand, vermittelte. Wir stellten immer wieder die Frage:„Wohin?"-- Niemand wuhte es. Aber wir er- fuhren, daß seit Tagen endlose Züge vorüberrollten.„Ja”, sagte der Bahn- hofsvorsteher mit verbissener Miene:„Hitler , der Schrecken der Welt.-- Ich
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