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nächsten Tage weitergehen.-- Eben, sobald entsprechende Züge bereitgestellt seien. Wir wollten schlafen.
Der Hunger war uns vergangen. Meine Großmutter hatten wir auf eine Bank gesetzt. Die alte Frau hatte sich in diesen Stunden sehr verändert. Wie von einem Schlag getroffen, saß sie steif und starr und schaute teilnahmslos geradeaus. Meine Mutter war sehr besorgt um sie.
Unaufhörlich rollten die Züge. Die ganze Nacht. Verjagte, heimatlose Menschen, ohne Ruhe und ohne Ziel.
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Als der neue Tag anbrach, lagen Männer und Frauen, Greise und Kinder, in tollem Durcheinander auf dem Boden.-- Ein neuer Tag. Wie alle Schrekkenstage, werde ich auch diesen Tag niemals vergessen, niemals aus meinen Erinnerungen verwischen können. Was sollte er uns bringen?
Nach zwei Tagen endlich verabreichte man uns etwas Suppe. Sie war heiß und erwärmte uns. Etwas Besseres konnte man über sie nicht sagen. Wir stürzten sie hinunter, denn wir hatten großen Hunger. Es war gegen sechs Uhr. Da kam der Befehl:„ Fertig machen!" Ausgerechnet jetzt.-- So schütteten viele von uns ihre Suppe fort.-- Und nach zehn Minuten wurde der Befehl widerrufen.-- Wieder hieß es warten!" Es war den, Herren" scheinbar noch zu hell, denn viele Schaulustige" hatten sich am Bahnhof eingefunden.-.
Doch gegen zehn Uhr kamen unsere besonderen" Freunde, die SS.- Leute und brüllten:„ Los, los,-- Tempo, Tempo, schnell in die Abteile, das Gepäck mitnehmen!"
Man stieß uns in die kleinen, dunklen Abteile der vorgefahrenen Personenzüge. Es sollte alles recht schnell und nach Möglichkeit unbemerkt vonstatten gehen. Immer zehn Personen kamen in ein Abteil. Kaum waren wir hineingetrieben, knallten die Türen zu. Die Fensterscheiben klirrten.
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" Wer die Tür öffnet, läuft Gefahr, erschossen zu werden!"-- Und, als sich die Züge endlich in Bewegung setzten:„ Das Oeffnen der Fenster ist verboten. Zuwiderhandeln wird mit Erschießen bestraft." Immer erschießen",-- immer morden".
Ich wurde an meine hinter mir liegende Schreckenszeit erinnert. Auch damals hieß jedes zweite Wort erschießen-- erschossen".
Die Frage nach dem" Wohin?" flammte erneut auf. Wir fuhren.-- Die Räder rollten.
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Rmtata,-- rmtata,-- rmtata", ging es im eintönigen Rhythmus. " Wohin?"-
Schicksalsfahrt 18. Oktober 1940
Die SS. war im letzten Wagen eingestiegen. Ein schriller Pfiff hatte die Abfahrt verkündet. Langsam und schwer fuhr der Zug durch die Nacht. Wir starrten durch die Fenster in das undurchdringliche Dunkel hinein. Kein Stern stand am Himmel. Niemand sprach ein Wort. Außer dem eintönigen Rmtata,-- rmtata,-- rmtata" und den aus dem Dunkel der Abteile kommenden Seufzern herrschte Stille.
Wir waren zu vielen und doch war uns allen unheimlich. Mir kam es vor, als ginge ich als Kind durch einen dunklen Wald,-- als hörte ich wieder das Rauschen der Blätter und das Knacken der herabfallenden trockenen Zweige.
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