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Im Machtbereich der Gestapo : Erlebnis-Roman ; der Wirklichkeit nacherzählt / Paul Frenk
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eines muß sie können: Alles ertragen, Schmacd, Verfolgung und Armut, alles muß sie teilen können mit dem, den sie liebt. Aber Liebe kann, will und wird nie mit einem anderen teilen! Und am furchtbarsten ist der Haß aus einer Liebe, die nicht teilen kann und sich nicht bescheiden will wie auch Liebe und Haß

nahe beieinander wohnen.

Berger ist wohl erschüttert über das Schicksal Ursulas, wie ihn auch das unendliche Leid seines Volkes aufs tiefste berührt. Er weiß aber: Alles wird uns heimgezahlt, wenn auch nicht von denen, denen wir geborgt haben!

Und große Schuld hat auch das Volk auf sich geladen weil es seinen Regierenden einen derartigen Freibrief gab, weil es sein Schicksal durch ihr Machtgefühl verdorbenen Menschen über- ließ, die Parolen ausgaben, wo sie hätten Rechenschaft ablegen müssen, die ihren Dienern Befehle gaben, wo sie Männer hätten zu Rate ziehen müssen, die Kritiker in die Gefängnisse oder KZ.- Läger warfen, statt das Kritisierte zu überprüfen. Weil das deutsche Volk Widerstand leistete gegen eine deutliche Mutation der Menschheit weil die Regierenden als Beauftragte des Volkes alle Energie nur darauf verwandten, ein Instrument der Mact zu schaffen und bedacht waren, jede Äußerung des geistigen Lebens, Philosophie und Wissenschaft zu Trabantendiensten zu zwingen...!

Die Verhältnisse in Deutschland sind immer schwieriger ge- worden. Immer deutlicher zeigt sich der Schatten des Hunger- gespenstes. Zum ersten Male seit Jahrhunderten wird der Krieg in seiner ganzen Furchtbarkeit in deutsche Gaue getragen. Deutsche Städte und Dörfer, deutsche Kulturen und Menschen fallen den vernichtenden Bombenlasten großer und immer größer werdender Feindgeschwader zum Opfer. Unsägliches Leid, die unmittelbare Auswirkung des Krieges, wird in jede Familie getragen. Das deutsche Volk muß die Suppe auslöffeln, die ihm seine Politiker eingebrockt haben! Die Gestapo und SS. steigern ihre Schreckens- herrschaft auf das Entsetzlichste. Das Volk kann nun mit eigenen Augen sehen, daß diese Institutionen keine Einrichtungen der Ordnung, sondern'des Chaos und des Verbrechens sind. Und doch hat das Volk nicht mehr die Macht, diesen VampyrNational- sozialismus abzuschütteln. Die Hilfe muß von außen, muß von den Vereinten Nationen der Welt kommen.

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