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Im Machtbereich der Gestapo : Erlebnis-Roman ; der Wirklichkeit nacherzählt / Paul Frenk
Entstehung
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Rundfunkgerät abends auf einen fremden Sender gestellt, um sich selbst ein klares Bild der Weltlage aus den Darlegungen ver­schiedenster Nationen zu machen. Nachbarn informieren die Polizei, die überraschend in die Wohnung eindringt und Z. auf frischer Tat ertappt. Nach einem halben Jahr Untersuchungshaft, die bei dieser Sachlage wirklich überflüssig gewesen sein dürfte, wird Z. zu einem Jahre Zuchthaus(!) verurteilt. Er kommt dabei noch glimpflich gegen die später abgeurteilten Menschen fort, die wegen des gleichen Delikts bestraft werden. Diese erhalten sechs, sieben und zehn Jahre Zuchthaus und später gar die Todesstrafe. Die Familie des Z. muß ohne den Mann mit 52 Mark monatlich auskommen, was nach Abzug der Miete dann 1 Mark täglich für drei Personen für den Lebensunterhalt bedeutet. So sieht die Sozialität und Humanität des Dritten Reiches aus!

Da sind Arbeitsdienstpflichtverweigerer, die schwere Gefängnis­strafen erhalten. Freiheit nennen die Nazis das!

Unter den Gefangenen sind wirklich schwerkranke Leute. Gehen sie zum Anstaltsarzt, so wird ihnen der wirklich gut­gemeinte Rat dieser Herren: Sie sollten sich doch an der Heizung aufhängen und nicht erst den Arzt belästigen.

Im Oktober kommen große Gruppen Tschechen an und füllen die letzten Zellen des Baues, womit die Anstalt die Rekordbeleg­schaft von 1400 erreicht. Es sind Frauen und Männer aller Stände und Schichten. Da sind Leute aus sehr guten Stellungen und Positionen, die auf irgendeiner Spendenliste für eine verbotene Sozialorganisation gefunden waren und denen jede politische Aktivität ferne war. Alle werden einfach aus ihren Arbeitskreisen und Familien gerissen. Da sind Demonstranten, die gegen Hunger und Not protestiert hatten.

Abends, wenn die meisten Beamten nach Hause gegangen sind, unterhalten sich die Gefangenen über die Flure und durch die Türen hinweg in ihren verschiedenen Sprachen. Von Leidens­genossen, die mehrere Sprachen beherrschen, erfährt Rolf, daß alle die Gewißheit tragen, daß bald ihre Freiheitsstunde kommen werde, denn die Völker der Welt werden sich nicht weiter ver­gewaltigen lassen.

Berger gegenüber in der Zelle sitzt ein gutgebauter, junger Mann, den man mangels anderer Gründe ,, zur eigenen Sicherheit" eingesperrt hat, weil sein Bruder als Hauptmann in der Roten Armee dient. Im Gefängnis Cornelius sitzt ein Rittmeister schon seit sieben Jahren wegen seiner königstreuen Gesinnung. Im

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