Druckschrift 
Im Machtbereich der Gestapo : Erlebnis-Roman ; der Wirklichkeit nacherzählt / Paul Frenk
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen

lich verständnisvoll die Hand drückt. Ja, selbst ein langaufge­schossener Beamter, der das Parteiabzeichen trägt, schüttelt beim Durchlesen der Akten Bergers den Kopf und bringt diesem sein persönliches Mitempfinden und seine Sympathie zum Ausdruck. In den sieben Wochen bricht Rolf zweimal wegen der gehaltlosen Ernährung und der ganzen Umstände zusammen.

-

Aber es wird keine Rücksicht genommen. Nach der siebenten Woche muß Berger wieder in den ,, Empfangsraum" muß sich wieder umkleiden um grobere Arbeitssachen zu empfangen.

-

Und dann erfolgt seine Unterbringung im ,, Neubau" des Stadel­heims. War für Rolf der Aufenthalt in den lichten Räumen der psychiatrischen Abteilung trotz aller Umstände noch erträglich, so löst die Unterbringung in eine der Einzelzellen des Neubaues ein physisches Unwohlsein bei ihm aus. Obwohl er trotz der von Ver­wandten eintreffenden Nahrungsmittel in diesen Monaten unge­fähr 25 Pfund Gewichtsverlust erleidet, obwohl er bereits zweimal aus Schwäche zusammenbrach, führt er als Protest gegen diese Behandlung, gegen die Verschleppung seines Verfahrens, einen Hungerstreik durch. Zehn Tage qält ihn der Hunger, peinigen ihn die Abteilungsbeamten, zehn Tage lang ringt er gegen den Le­benserhaltungstrieb, ringt mit seinem Willen, bis ihm am zehnten Tage zwangsweise der Magen mit flüssiger Kost gefüllt wird, nachdem man ihm mit Gewalt den Kiefer aufgedrückt hat.

-

-

schleppt sich

Rolf will das primitivste Recht eines Beschuldigten erzwingen: Eine schnelle Möglichkeit der Verteidigung oder der Urteils­sprechung. Er glaubt noch an ein fundamentales Recht bis er über das ,, Recht" im Nazi- Staat eines anderen belehrt wird. Er sieht ein, daß sich nichts erzwingen läßt Wochen in großer Schwäche hin. Geht dann die Zelle auf und ab, vier Schritte lang, zwei Schritte breit, suggestive Tätigkeit hebt die innere Unruhe auf. Und dann gibt es Arbeit. Zunächst einige Wochen Tütenkleben und dann wochenlang ein Zertrennen militä­rischer Ausrüstungsstücke, wie Satteltaschen, Beutel, Tornister und anderes aus dem in Frankreich , Belgien , Tschechei oder Polen gemachten Beutegut. Weitere Wochen werden mit der Fertig­stellung von Verwundetenzetteln für die Kriegsorganisation ver­bracht. Die Stanzung von Anhängern für Kampfstoffverletzte läßt gewisse Schlüsse auf kommende, vielleicht noch anzuwendende Kampfmethoden zu.

Rolf ist als Geistesarbeiter erkannt und aus Gehässigkeit holt man ihn, den körperlich Schwächsten, zum Entlehren der Not­

46

du

he

Ze

Ti

be

lee

Sy

er

Qu

die

W

ge

Da

Ba

Be Ge

ta

Κο

sa

zu

ge

zu

Ro

St

la

im

fra

D

do

F

de

de

W

ge

m

ist

W

K