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Im Machtbereich der Gestapo : Erlebnis-Roman ; der Wirklichkeit nacherzählt / Paul Frenk
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hervorgebracht hatte, folgten dem schaukelnden Flug weißer und gelber Schmetterlinge. Er hörte das erste Bienengesumm in diesem Frühling. Hier merkte man nichts von dem Krieg, der zwischen den westlichen Kulturvölkern tobte. Das Sonnenlicht säumte die kleinen Wellen des Sees silberhell ein, während sich über all der Frühlingspracht ein hellblauer Himmel spannte. Rolf ist in diese wechselnden Bilder versunken und gerade bewundert er die im Sonnenlicht aufglänzenden, schneebedeckten Kämme, als das Frie­densidyll durch ein häßlich dröhnendes Geräusch gestört wird: Ein Bombengeschwader zieht hoch über ihn hinweg, schwer und plump, seine Bahn. Es ist Krieg.

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SECHTES KAPITEL

,, Verzeihung!- Sind Sie Herr Berger?" Mit diesen Worten wird Rolf aus seiner Versunkenheit gerissen. Er dreht sich um und vor ihm steht ein bleichgesichtiger Gendarmeriebeamter. Er bejaht die ihm gestellte Frage und der Beamte bedeutet ihm, mit zur sogenannten, Wache" heraufzukommen. Auf Bergers Frage nach der Ursache dieser Einladung weicht der Beamte aus und erklärt, daß die von ihm beabsichtigte Abreise mit dem in der Ferne sichtbaren Dampfer bestimmt nicht mehr vonstatten gehen könne. Und dann wendet sich der Beamte einem heimischen Bur­schen zu, der bisher abseits gestanden hatte und mit hämischem Lächeln diese Verhaftungsart verfolgt hatte und veranlaßt ihn, den Koffer Rolfs auf die Polizeistelle zu tragen.

Und Rolf erkennt: Das ist ja einer der hiesigen Freunde seiner gerade verabschiedeten Braut.

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Also daher weht der Wind! Trotzdem hat Rolf ein ruhiges Gewissen, denn er denkt nicht im entferntesten daran, daß man ihm gerade ein politisches Vergehen vorwerfen würde, dachte eher an eine Beleidigungsangelegenheit oder ähnliches. Er ist keines­wegs aufgeregt, nur neugierig, erstaunt und ein wenig ärgerlich, daß er den einzigen Dampfer des Tages dadurch verpassen muß. So betritt er das Polizeibüro im Hause des Dorfschulzen. Der Herr ,, Kommissar", lamettastrotzend- Uniformen und Abzeichen sind tele­ja eine besondere Schwäche des Durchschnittsdeutschen foniert gerade mit seinem Vorgesetzten und setzt seinen massigen

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