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Im Machtbereich der Gestapo : Erlebnis-Roman ; der Wirklichkeit nacherzählt / Paul Frenk
Entstehung
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dieser nimmt sie die Schönheit des Westens mit männlich starkem Herzen und Armen. Und sie verfällt auch seinem Bann, obwohl sie die Eigenart Rolfs nicht missen kann und will.

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Sie schreibt ihm und bittet ihn, eine Position in München oder in Starnberg oder in der Nähe zu suchen. Aber obwohl er sich. bemüht und bewirbt, gelingt es ihm nicht, in wenigen Monaten diesen Wunsch zu erfüllen. Das Leben in Deutschland ist nach nationalsozialistischen Grundsätzen streng in ein Schema gepreẞt. Man kann nicht ohne weiteres wechseln, bedarf der Einwilligung der Betriebsführer oder Chefs und dann der staatlichen Institution, des Arbeitsamtes.

So verrinnen Wochen und Monate. Rolf ist am Ende seiner Nervenkraft und begibt sich in ärztliche Behandlung. Er erfährt aus dem bayrischen Dorfe befremdliche Nachrichten über seine Braut. Zwar will er nicht an ihre Untreue glauben und doch sprechen mehrere Briefe von verschiedenen Seiten dagegen. Und er reißt sich los, fährt eines Nachts los und landet nach beschwer­licher Fahrt vor ihrem Häuschen. Sie preẞt- als er aus der Taxe steigt ihre Hände auf das wild pochende Herz ist aufgelöst über den plötzlichen Besuch und will ihn abhalten, das Schlaf­zimmer zu betreten, in dem nun ein Radioapparat steht- ein Geschenk des Grafensohnes.

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Er setzt sich mit ihr auf die Couch und nimmt ihre Hände fragt sie ernsthaft und eindringlich über die Verhältnisse zu den erwähnten Bekanntschaften. Aber sie bestreitet intimere Bindun­gen, erklärt das Zusammensein als reine konversationelle Ange­legenheit, trotzdem er darauf hinweist, daß diese doch nicht bis in die frühen Morgenstunden dauern. Sie beschwört ihn, ihr zu glauben, bittet ihn, alles zu vergessen und zu vergeben, alles beim Alten zu lassen.

Und er bezwingt sich, will ihre Liebe, will sie nicht missen. Und er bittet sie, doch diese Unterhaltungen in Cafés zu führen und das Haus für fremde Menschen tabu zu halten. Sie verspricht es ihm. Und er bleibt Tage, erholt sich obwohl die Zweifel nicht aus­gerottet sind.

Nachts hörte er Schritte um das Haus streichen, kleine Steinchen fliegen ans Fenster und Ursula schmiegt sich an ihn, will ihn be­ruhigen. Aber eines Abends kommt Besuch. Herr Graf von X. jun. mit einem frischen Bruch von der Jagd. Rolf reißt sich zu­sammen, ist freundlich und gesellig und verplaudert mit ihm und ihr die kurze Besuchsspanne.

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