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Schritte in die Stadt und lassen uns berichten von dem Tod eines ganzen
- englischen Regiments, das hier durch die gleichen Wassermassen ein-
geschlossen wurde, mit dem man den deutschen Angriff stoppte. Diesem Wasser und dem Hagel deutscher Granaten sind Tausende und Aber- tausende Soldaten der Gegenseite erlegen.\
Prachtvolle Ruhestätten hat England seinen Söhnen gebaut. Englischer Rasen, Rosenstöcke und marmorne Steine, Kapellen und Hallen kenn- zeichnen die britischen Friedhöfe, deren größter Tynecot mit 34 000 Gräbern ist. Mitten auf diesem Friedhof stehen noch heute zwei deutsche Betonbunker auf leichter Anhöhe. Daneben zwei Marmorsteine mit vier deutschen Namen darauf. Diese vier hier ruhenden deutschen
"Soldaten beherrschten aus den Bunkern mit ihren Maschinengewehren
die Umgegend und hielten lange dem Ansturm tausender Gegner stand, bis sie schließlich mit Flammenwerfern niedergemacht wurden. Viele deutsche, kanadische, französische Heldenfriedhöfe liegen an den Straßen, die wir nicht mehr besuchen können. Es sind zu viele in der knappen Zeit. Wir wissen: Auf ihnen werden auch viele Tafeln und Kreuze stehen, die die Inschrift tragen:„Unbekannter deutscher Soldat“ oder„Ein französischer Soldat“ usw. Dort aber. wo das flandrische Feld zu kleinen Seen abfällt, auch dort ist vielleicht ein stiller Friedhof— unsichtbar und ohne Kreuz. Minen und Volltreffer waren hier die Totengräber.— Das sind die Grabmale der unbekannten Soldaten!
Gedanken bei der Heimfahrt.
Unbeschreiblih und unerwähnt bleiben viele, viele Eindrücke, die die herrlichen Städte Brügge , Gent usw. mit ihren Grachten, Winkeln und mittelalterlichen Bauten auf uns machten. Unmöglich ist es auch, die Stimmung wiederzugeben, die wir beim Besuch der Heldenäcker mit den schier unübersichtlichen Gräberreihen empfanden. Zuviel stürmte in diesen wenigen Tagen auf uns ein, um alles zu fassen und zu ordnen.— Nun, da wir wieder auf breiten Landstraßen der Heimat zurollen, wandern die Gedanken zurück ins flandrische Land mit seinen stummen Mahnmalen, mit seinen aberhunderten Soldatenfriedhöfen, auf denen hunderttausende Kreuze stehen, Zeugen für eine Unmenge Leid, für Grauen, Schmerz und eindeutige Qual. Mahnzeic hen für jetzige und kommende Generationen, mitzuhelfen und mitzuarbeiten, daf nie, nie wieder eine solche menschliche Tragödie aufleben kann.
Wir denken zurück an die symbolhaften Weihestätten, an das Meenentor in Ypern , in dem zur jetzigen Zeit wiederum die Trompeten- töne der„Letzten Post“ verhallen, an das 200 Meter hoch emporragende wuchtige Flamenkreuz bei Dixmuiden, das in vier Sprachen in großen Lettern’ die Worte trägt:„Nie wieder Krieg!“, oder an die Schilderungen der Kameraden aus den Jahren des Weltenbrandes.
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