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Im Machtbereich der Gestapo : Erlebnis-Roman ; der Wirklichkeit nacherzählt / Paul Frenk
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an mit dem Ziel, Heldenfriedhöfe in Flandern und Frankreich zu besuchen, gleichzeitig, um die Pariser Weltausstellung zu be­Bichtigen.

Ergreifend schildert er in Reportagen seine Eindrücke an den Stätten, da vor mehr als 20 Jahren die Völker politische Probleme mit Gewalt zu lösen trachteten. Seine Schilderungen, die von seinem Blatt im Erstdruck gebracht und dann von verschiedenen Zeitungen übernommen wurden, sandte er auch an seinen ge­liebtesten Menschen: Ursula.

Sie verrichtet zu dieser Zeit peinliche Aufgaben. Sie räumt ihr einstiges Heim. Ach wie grau ist der Alltag dort. Grau sind die Häuser, Bäume, und grau ist auch der Himmel dort infolge des Dunstes und der Rauchschichten, wie das durch die vielen Zechen und Werke bedingt ist. Wie krampft sich ihr Herz zusammen. Vorbei! Vorbei ist die leuchtende Zeit des Sommers und Herbstes, der reifenden Sonnentage und der Liebe und des Glücks.

Sie versteht ihren einstigen Verlobten nicht, der rücksichtslos und unpersönlich, für sie gleichgültig, ja widerlich geworden ist. Er, der sie nur als Objekt seines Lebensrahmens betrachtet und ihre Seele verkümmern läßt. Eine persönliche, seelische Kluft ist aufgerissen, die nicht mehr zu überbrücken ist, erst recht nicht, nachdem sie einen Menschen kennenlernte, der ihr die Sonnen­seiten des Lebens zeigte.

Wie Grüße aus einer anderen Welt empfindet sie seine Briefe und Zeitungsausschnitte. Sie erlebt mit ihm die Eindrücke seiner Reisen. Und besonders stark ist sie beeindruckt von den Er­lebnissen im Totenland Flandern und auf den ehemaligen Schlachtfeldern des Weltkrieges in Frankreich . Sie setzt sich still in eine Ecke ihres Wohnzimmers und liest seine Berichte:

..In der Nacht zum 1. November 1937 passieren zwei schmucke deutsche Autobusse die deutsch - holländische Grenze. Monoton singen die starken Motore der beiden Fahrzeuge, in denen rund hundert Menschen Platz gefunden haben und deren Ziel die ehemaligen Schlachtfelder und Soldatenfriedhöfe in Flandern und Frankreich sind. Vorbei geht's an fremden Städten, Dörfern und Menschen, durch schmucke Villenvorstädte und Siedlungen, die äußeres Zeichen der Wohlhabenheit des hollän­dischen Landes sind, das bisher unter keinem Krieg und seinen ver­heerenden Folgen zu leiden hatte. Über nachtdunkle, schier endlose Landstraßen und lichtüberflutete Hauptstraßen der Städte rollen die Wagen der belgischen Grenze zu, und dann ist nach Passieren des Unter­scheldetunnels Antwerpen erreicht.

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