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punkt. Und so wurden die einst freundschaftlichen Beziehungen durch die Totalität nationalsozialistischer Weltanschauung" gelöst, und nachdem die Hitlerbewegung zur Macht gekommen war und der Freund ganz in seinen neuen Aufgaben für seinen ,, Führer" aufging, kam es nach einer politischen Meinungsstreitigkeit zum endgültigen Bruch.
Berger streicht in Gedanken über seine Stirn, als wolle er diese trüben Gedanken fortwischen.
Erregt erzählt er seiner Freundin von dem jetzigen Zwiespalt, in die er durch seinen Beruf gekommen ist. Von dem Zwang und den Nötigungen seitens des Reichspropagandaamtes, über alle Dinge des öffentlichen und privaten Lebens in bestimmtem, vorgeschriebenem Sinne zu schreiben. Nennt diese Handlungen eine geistige Vergewaltigung und einen Hohn auf die sogenannte Pressefreiheit.
Erbitterung und Enttäuschung machen sich in bösen und bitteren Worten Luft. Da streicht Ursula mit linder Hand über seine Wangen, über die zusammengekniffenen Augenbrauen, beugt sich über ihn und küßt ganz lind und leise seine dunklen Augen und seinen Mund.
Wie verflogen ist der politische Gedankengang, sind die Sorgen des Alltags und der materiellen Welt. Er greift empor und hält ihren Kopf, zieht ihn zu sich herunter und küßt sie wieder voll Glück und wiedergewonnener Ruhe. Sie scherzen gar miteinander, necken sich in ironisierenden und höflichen Wortspielen und plaudern über leichte Themen. Und über all dem ist es inzwischen dunkel geworden. Und wieder funkeln die Sterne, beleuchtet der Mond die Fahrbahn, über die der Wagen in heimatlicher Richtung rollt. Da bittet sie ihn und preßt seinen Arm, die köstliche Zeit zu verlängern.
Mit erhöhter Geschwindigkeit dreht das Fahrzeug ab und steuert einem kleinen Kurort zu, derweil Ursula ihren Kopf in seinen Schoß gebettet hat. In einem weiten Hotelgarten sitzen sie sich bald gegenüber. Musik tönt aus einem Pavillon herüber, Licht strahlt über gepflegte Anlagen, in denen gut gekleidete Menschen des Tages Abschluß feiern. Höfliche Kellner bedienen geschickt und geschmeidig, und in den Gläsern funkelt ein goldgelber Wein. Angeregt von den Geistern des herrlichen Weines verplaudern sie die Zeit, bis sie mit Schrecken erkennen, daß es wieder Mitternacht geworden ist.
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