PAUL ZECH 1937
Vielleicht war schon zu schwer mein Blut
Ich könnte hier zu Hause sein
und bleibe doch nur Gringo bloß, tauch immer tiefer in die Flut hinein und komm vom Ufer nicht mehr los.
Vielleicht war schon zu schwer mein Blut für diese meilenweite Einsamkeit.
Ich bin noch wach, wenn alles längst schon ruht,
die Nachtgedanken wuchern mit der Zeit.
Vom einst Gewesenen klingt mir das Ohr
mit dem uralten Kinderlaut.
Ich fühle hinter mir weit aufgetan ein Tor, den schmalen Weg dorthin noch nicht verbaut.
Ich sage laut: hier dieses Baumwollfeld, aus Schwielen auferbaut und Schweiß, ist mit mir eins, ist meine Welt... Und gebe sie doch immer wieder preis,
für dieses arme Wort, das im Vorübergehn
mir zuruft ein verwitterter Peon.
Ich bleibe mitten auf der Straße stehn,
bis in das Herz hinein betäubt von diesem Ton.
Es schmeckt nach Kiefern und verschilftem See, nach Dörfern weihnachtsweiß verschneit....
Hier aber brennt es tropisch auf Oleander und Kaktee,
ich komm nicht los von diesem Widerstreit.


