JOHANNES R. BECHER 1935
Die grüne Wiese
Ich sah noch einmal aus dem Zug zurück Und sandte Deutschland meine letzten Grüße. Und dort, wo Deutschland lag, lag eine Wiese, Ein kleines, grünes, sanftes Wiesenstück.
Oft denke ich: was wär das für ein Glück: Ein warmer Wind- ich habe bloße Füße— Es wird auf einmal grün vor meinem Blick, Es wird so grün, daß ich die Augen schließe.
Was ist mit mir geschehn? Ich lieg und sing. Es fühlt sich rings wie weiche Gräser an. Auf meiner Nase sitzt ein Schmetterling, Und Butterblumen blühn und Löwenzahn.
Der Boden hebt sich, schwingt, um mich zu wiegen. Ich seh mich auf der grünen Wiese liegen.


