1848-1855
An Julius Campe
Passy, 7. Juni 1848
Ich bin ein armer sterbender Mann, arm in jeder Beziehung, und hab kaum die Bedürfnisse und Kosten meiner Krankheit zu bestreiten... Welch ein schauderhaftes, verfluchtes. Schicksal verfolgt doch die deutschen Dichter! Möge sich auch dieses in Deutschland ändern.
Hier ist alles ruhig, nur daß der Polizeipräfekt jüngst, ein zweiter Herodes, gegen unsere unschuldigen Landsleute einen ungeheuren Kindermord beabsichtigte und die armen Kleinen sehr ängstigte. Sie mußten sich alle auf die Polizei verfügen, um ihre hiesige Existenz zu beweisen, was manchem sehr schwer wird, der weder Existenz noch Existenzmittel besitzt. Jener Herodes meinte, daß sich ein politischer Heiland unter uns befände, und die Denunziation rührt leider von einer Person her, der es nicht an Bildung fehlt und die sogar ein Literat ist.- Das sind verteufelt schauderhafte und widerwärtige Dinge. Wenn ich denke, daß solche Personen sich jahrelang mir nahen konnten, so wird mir grauenhaft zumute. Welch schreckliche Sache ist das Exil!
Enfant perdu
Verlorner Posten in dem Freiheitskriege, Hielt ich seit dreißig Jahren treulich aus. Ich kämpfe ohne Hoffnung, daß ich siege, Ich wußte, nie komm ich gesund nach Haus.
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