O nein- sie stellt sie vor sich hin; sie schlägt sie trotzig, euch zum Trotz!
Sie spottet lachend des Exils, wie sie gespottet des Schafotts!
Sie singt ein Lied, daß ihr entsetzt von euren Sesseln euch erhebt;
Daß euch das Herz- das feige Herz, das falsche Herz!- im Leibe bebt!
Kein Klagelied! kein Tränenlied! kein Lied um jeden, der schon fiel; Noch minder gar ein Lied des Hohns auf das verworfne ‚ Zwischenspiel, Die Bettleroper, die zurzeit ihr plump noch zu agieren wißt,, Wie mottig euer Hermelin, wie faul auch euer Purpur ist!
O nein, was sie den Wassern singt, ist nicht der Schmerz und nicht die Schmach—
Ist Siegeslied, Triumpheslied, Lied von der Zukunft großem Tag!
Der Zukunft, die nicht fern mehr ist! Sie spricht mit dreistem Prophezein,
So gut wie weiland euer Gott: Ich war, ich bin— ich werde sein!
Ich werde sein, und wiederum voraus den Völkern werd ich gehn!
Auf eurem Nacken, eurem Haupt, auf euren Kronen werd ich stehn!
Befreierin und Rächerin und Richterin, das Schwert entblößt,
Ausrecken den gewalt’gen Arm werd ich, daß er die Welt erlöst!
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