Die Revolution
Und ob ihr sie, ein edel Wild, mit euren Henkers- knechten fingt;
Und ob ihr unterm Festungswall standrechten die Gefangne gingt;
Und ob sie längst der Hügel deckt, auf dessen Grün ums Morgenrot
Die junge Bäurin Kränze legt— doch sag ich euch: Sie ist nicht tot!
Und ob ihr von der hohen Stirn das wehnde Lockenhaar ihr schort;
Und ob ihr zu Genossen ihr den Mörder und den Dieb ‚ erkort;
Und ob sie Zuchthauskleider trägt, im Schoß‘ den Napf voll Erbsenbrei;
Und ob sie Werg und Wolle spinnt— doch sag ich kühn euch: Sie ist frei!
Und ob ihr ins Exil sie jagt, von Lande sie zu Lande hetzt;
Und ob sie fremde Herde sucht und stumm sich in die Asche setzt;
Und ob sie wunde Sohlen taucht in ferner Wasser-
ströme Lauf— Doch ihre Harfe nimmermehr an Babels Weiden hängt sie auf!
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