Ihr bleiches Antlitz schlägt der Regen, Der Sturmwind wühlt in ihrem Haar. Sie tragen ihres Volkes Qualen
Im Herzen tief, ein traurig Bild;
Doch ihre hohen Stirnen strahlen—
Vom Born der Heimat ausgestoßen, Geworfen an den nackten Strand,
So rang die Hand der Heimatlosen Sich schmerzlich los aus Liebeshand. Wie Israel an Babels Bächen,
So ziehn sie, ein gescheuchtes Wild, Der Fremde hartes Brot zu brechen—- © seid den deutschen Bettlern mild!
Auch ihnen winkten frohe Feste
Daheim, im Haus des frommen Knechts,
Da warfen sie in die Paläste
Den Schrei der Freiheit und des Rechts. Sie kämpften mit gezücktem Worte Und waren der Bedrückten Schild:
Ihr Heimtor ist die Kerkerpforte-
Ach! wie dem Baum in fremder Scholle Ist ihres Daseins Mark versehrt;
Der blütenleere, lebensvolle,
Er wird vom eignen Saft verzehrt.
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