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Das Wort der Verfolgten : Anthologie eines Jahrhunderts / herausgegeben von Bruno Kaiser
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KARL SCHAPPER (?)

1847

Die deutschen Auswanderer

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Schon in alten Zeiten strebten die Menschen nach einer besseren, einer neuen Welt, wo sie hofften, glücklich zu Leider werden, und ihr Streben ist heute noch dasselbe. ist trotz allem Streben noch wenig erreicht worden, da man lange die bessere Welt dort suchte, wo sie nicht zu finden war; und wenige noch heute wissen und begreifen, daß diese bessere Welt uns nahe genug liegt, daß es nur einer Vereinigung der Unterdrückten, einer kräftigen Anstren­gung bedarf, um sie zu erreichen.- Freilich diejenigen, welche glauben, man brauche nur zu suchen, nach Amerika zu wandern, um in die bessere Welt zu gelangen, irren ge­waltig. Die bessere Welt findet man nicht, sie muß er­kämpft werden, und nur wenn wir fest zusammenstehen und uns selbst helfen, so wird uns der Himmel helfen...

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Die guten Deutschen , denen es freilich in ihrem mit 34 souveränen Fürsten und Fürstlein gesegneten einigen und freien Deutschland nicht gar wohl zumute sein mag, hat ein besonderer Auswanderungstaumel ergriffen, und leider werden von allen Auswanderern keine so betrogen, herumgeworfen, ausgezogen und mißhandelt als gerade die Deutschen ...

In Deutschland werden viele fragen: Wir haben ja viele Gesandte und Konsuln in London , nehmen sich denn die der Auswanderer nicht an?

Die Engländer und Franzosen finden überall, mögen sie nun Reisende oder Auswanderer sein, bei den Konsuln und Gesandten ihrer Nationen Schutz, Rat und Unterstützung, nicht so die Deutschen , und am allerwenigsten die deut­schen Proletarier, sobald dieselben aus dem sogenannten Untertanenverband ausgetreten; sobald sie Deutschland verlassen haben, bekümmert sich kein deutscher Gesandter

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