Herr Menzel hatte die Parole, jeden deutschen Schrift- steller, der Anhänglichkeit für Frankreich zeigte oder die deutschen Regierungen nicht ausgezeichnet liebenswürdig fand, für einen Juden zu erklären, und er ging im Eifer seines patriotischen Vorpostendienstes so weit, daß er das ganze junge Deutschland , unter dem doch nicht ein einziger Jude war, in Masse beschnitt, und zahlreiche arme Seelen der ewigen Verdammnis übergab. Doch Herr von Raumer treibt es noch weiter als Herr Menzel. Er trommelt aus...., aus dem Kauderwelsch des Verfassers ins Deutsche über- setzt: die meisten politischen Flüchtlinge wären Juden. Und es ist doch nicht ein Jude unter ihnen, nicht ein ein- ziger! Und mit solchen unverschämten Lügen hoffen sie die öffentliche Meinung irrezuführen!... Wären die Hunderte von politischen Gefangenen nicht ganz vom Leben abgeschieden, könnten sie ein Wort der Klage laut- werden lassen, dann würde man, in der Hoffnung, die Teilnahme ihrer Mitbürger mit ihrem unglücklichen Schicksale zu schwächen, auch von ihnen die Lüge ver- breiten, sie wären Juden. O die Elenden!
Nie würdet ihr wagen, die deutschen Flüchtlinge an- zukläffen, wenn ihr nicht wüßtet, daß die Kette der Zensur, an der ihr selber liegt, und das Gitter der Polizei, das euch einschließt, euch gegen die verdiente Züchtigung schützt.
Die nächsten Jahrhunderte werden weder den Deut- schen noch den Franzosen , noch sonst einem anderen Volke oder einem Fürsten gehören, sondern der Menschheit.
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