vor Gott gelten, wenn ihn die Demut anerkannt hat. Aber vor dem Richterstuhl der Demut muß er passieren. Sonst traue ihm keiner! Denn der Stolz ist tückisch, selbst die Demut ahmt er zu­weilen nach. Der sicherste Richterstuhl der De­mut ist das Kreuz, an dem man mit Christus hängt. Welcher Stolz dann noch ein Recht hat- den habe man! Den kann man ohne Gefahr haben.

22. Dezember

Es ist doch ein Unterschied, ob ein Stilist seinen Leser durch eine unerwartete Wendung plötzlich überraschen kann oder ob schon erwartet wird, daß nun sicher etwas Ünerwartetes komme. Es ist auch ein Unterschied, ob man dieses Unerwar­tete zweimal lesen kann oder bloß einmal.

30. Dezember

Das heiße Bemühen, das übermenschliche Bild, als das H. in die Geschichte eingehen soll, zu malen, läßt in der letzten Zeit den Goebbels in Krämpfe fallen. Aber heute hat er sich über­schlagen: er ist nicht bloß das größte Genie der Welt, er ist ihr» Erlöser«<; der apokalyptische Lausbub ist nicht nur ohne Scham, er hat auch jede Klugheit der» Welt« verloren. Der Narr meint, weil heute außer eigenen imbezillen Fana­tikern niemand die groteske Lobhudelei mitmacht, könne er seine Wechsel mit den hohen Forde­rungen auf die Nachwelt ausschreiben, die ihn dann mit Begeisterung, mit Pauken und mit Trompeten honorieren, aber sie werden ihn nicht einmal protestieren: der Wechsel wird ihr gar nicht präsentiert werden.

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