ren oder gar nicht, was aber durchaus nicht heißen will, daß es ohne vernünftigen Grund geschehe.
Es gibt einen eigens bestellten Dämon des Spot- tes, dessen spezielles Ziel das Beten des Menschen ist.. Ehe nun nicht ein Mensch die natürlich-über- natürliche Einsicht- was sicherlich nicht ohne den Glauben geschieht- gewonnen hat, daß die ein- zige Beziehung vom Menschen her zu Gott eben das Beten ist- ehe das nicht ist, ist ein Mensch, und zwar je begabter, je»intellektueller« er ist, je mehr er selber»denkt«, um so leichter, eine leichte Beute der»unwiderstehlichen« Argumente jenes Dämons.
Nach meiner Meinung spricht es für einen Men- schen, der den Glauben nicht hat- es ehrt ihn, meine ich, seinen Verstand und sein Herz, daß er von einem ewigen Leben einfach nichts wissen will. Wer dennoch davon redet, ist, so meine ich, nichts als ein gedankenloser, hohler Schwätzer.
In Platon ist eben doch zuviel»Kunst«, die nicht >Natur« geworden ist, vielleicht gar nicht wer- den kann. Und wieviel mehr gilt das erst von anderen Philosophen und von Gelehrten! Auch insofern ist Wissenschaft und Philosophie eine Hemmung, eine Gefahr für unmittelbare Gottes- anbetung. Pascal machte einen ausdrücklichen Unterschied zwischen dem Gott des Abraham, des Isaak und des Jakob und dem Gott der Philo- sophen und der Gelehrten, und der»wissenschaft- lichste« unter allen großen Theologen, der hei- lige Thomas, erklärte am Ende sein System, auf das seine Schüler immer viel stolzer waren als er
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