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BB Do
daß der blaue Himmel kommen wird. Es könn- ten ja noch schwerere Wolken kommen. Je näher der Schluß kommt, ist ja die Verfinsterung des geistlichen Lichtes wahrscheinlicher als seine Er- hellung durch Entfernung der Nebel.
Ich halte Karl Kraus für einen großen Schrift- steller, aber ich möchte doch die Fackel nicht ge- schrieben haben. Es geht eben um mehr als um Schriftstellerei. Ich halte Scheler für einen bedeu- tenden Philosophen, aber ich möchte seine wech- selnde Philosophie nicht gelehrt haben. Es geht also um mehr als um Philosophie. Um was? Nun, ich kann es einigermaßen durch die folgende Be- merkung klarer machen: ich halte Hilty für kei- nen großen Schriftsteller und für keinen großen Philosophen- aber ich möchte viele seiner Sachen geschrieben haben, denn er war ein Freund Gottes.
Das Schwerste für den Menschen ist das Maß. Und wenn es sich nur um eine Haaresbreite han- delt- welcher Mensch erfüllt es denn aktiv? Denn passiv ist es eher möglich, wenn es auch da recht schwer und recht selten ist. Ob es ein anderer tut, kann ein Mensch von Zeit zu Zeit beurteilen, der selber es verfehlt- um Haaresbreite. Das ist für mich immer einer der unzähligen indirekten Be- weise für die Göttlichkeit Christi gewesen, daß alle seine Repliken nicht um Haaresbreite weichen von dem Unvorhergesehenen und Unvorherseh- baren, das gesagt werden sowohl konnte wie mußte- es war immer das gottmenschliche Maß in Vollkommenheit, also der äußerste Gegensatz sowohl zu menschlicher Maßlosigkeit wie auch zu menschlicher Mittelmäßigkeit.
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