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Wenn ich etwas niederschreibe, von dem ich wohl gewiß weiß, daß es für mich gilt, und es wirkt entweder anmaßend oder gefährlich verführerisch auf jene, für die es eben nicht gilt und die es ver- derben kann, dann soll ich es eben nicht nieder- schreiben, sondern als Geheimnis lassen zwischen Gott und meiner Seele.
23. November
»Dreihunderttausend Kilogramm Bomben pras- selten heute auf Birmingham herab«, läßt heute Herr Goebbels verkünden durch die Stimme des »Deutschen Senders«.. Aber, meine Damen und Herren, Sie müssen die Stimme hören! Sie haben nicht das doppelte Gehör, Sie hören, und Sie hö- ren nicht. Sie wissen nicht, was heute in Deutsch- land ist, und darum auch nicht, ‚was morgen in Deutschland sein wird. Es ist furchtbar, daß etwas so Vergängliches wie eine menschliche Stimme aus- ersehen wird, Verkommenheit und Fluch eines Volkes lauter und unmißverständlicher zu offen-
‚baren, als es doch seine Taten tun. Es scheint so
einfach zu sein: du brauchst nur zu hören, und du weißt alles, alles! Aber dieses Volk hört, in- dem es zuhört, nur seine eigene Stimme, und diese- betet es an.
Die Menschen wissen ein gutes Gewissen zu schät- zen- sie wissen, daß das wesentlich zum Glück gehört. Sie lassen es sich etwas kosten, schließ- lich das: Gewissen selber, meinend, kein Gewis- sen zu haben sei so gut wie ein gutes Gewissen. Aber sie überschätzen ihre Macht, das Gewissen kommt wieder, es ist nur zeitweise zu verjagen, aber es kommt nicht wieder als gutes.
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