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ten. Es ist noch nicht da, es ist fällig der Hei- lige... ab incomprehensibilitate Dei.
Die Menschen sind eben mittlere Wesen, weder ganz gut, noch ganz böse. Darum geschieht es auch, daß eine gute Ordnung des Ganzen durch die Schlechtigkeit und Nachlässigkeit der ein- zelnen befleckt und langsam untergraben wird, und hinwiederum auch, Gott sei Dank, umge- kehrt, daß eine böse Ordnung oder Mißordnung des Ganzen durch die Güte und Tugend ein- zelner gemildert wird.
Was ist das für ein höllisches Scheinleben? Werke der Liebe ohne Liebe, Werke des Lichts ohne Licht! Haß und Finsternis als Vorzeichen von Liebe und Licht! Was für ein höllisches Blend- werk! Man sagt die Wahrheit, um zu lügen!
Es ist nicht selten, daß Philosophen, wenn sie ihr Hauptwerk geschrieben haben, nur noch ihre eigenen Schüler sind. Am auffallendsten ist es bei Schopenhauer . Nachdem er in so jungen Jah- ren sein System verfaßt hatte, wurde er zum be- wundernden Schüler seiner selbst und seines Wer- kes. Er»deduzierte« begrifflich weitere Wahr- heiten aus seiner Philosophie, die er in einem nun fremden Zustande der Intuition konzipiert und geschrieben hatte. Aber auch der spätere Platon ist eigentlich nicht mehr Platon, sondern nur noch Platoniker, sein Meisterschüler freilich, aber nicht mehr der Meister selber.
Um der Erkenntnis willen kann eine Sprache nicht teich genug an Wörtern sein, nur im Munde des
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