Die» Unbegreiflichkeit ist ein Attribut Gottes, das der Rationalismus überhaupt nicht ins Auge fassen kann, es existiert für ihn sozusagen gar nicht. Aber auch mit allen andern Attributen Gottes kann er sich nicht konsequent und tief beschäftigen. Er stößt sich bald an den Widerständen, die aber nur für den menschlichen Verstand da sind. Er kann es deshalb gar nicht wagen, bis auf den letzten Grund, bis zu den letzten Folgerungen zu gehen, welche die menschliche ratio zerreißen und untätig machen würden. Es scheint, als ob der Irrationalismus hier besser gestellt wäre, aber es scheint nur so. Er ist aus einem anderen Grunde unzulänglich und ist, wenn er bei sich bleibt und nicht sich selber transzendiert, unedler als der Rationalismus. Er meint, sein » Irrationales stehe überhaupt außerhalb des Intellekts. Es steht aber nur außerhalb des menschlichen Intellekts, jedoch innerhalb des göttlichen Intellekts. Das auf dem Glauben ruhende menschliche Denken ist das unerschrockenste und konsequenteste Denken. Es sagt, daß Gott absolut Einer ist und doch Drei. Es fürchtet sich nicht, zu sagen und zu meinen, daß der Mensch frei ist und verantwortlich für seine Taten, und hinwiederum zu sagen und zu meinen, daß Gott die Seinen auserwählt. Es sagt dieses nicht wie ein Als- Ob, es sei nur so, als ob es so wäre, sondern es sagt, es sei so. Es fürchtet sich vor nichts mehr, als nur eine dieser Wahrheiten zu sagen und etwa die andere auszulassen.
Die Attribute Gottes sind zuviele, als daß sie von einem einzigen Heiligen gelebt werden könn
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